Annapurna, die Göttin der Küche!

Genuss Gastrosophie 12.04.2017 keine Kommentare

ein dicker Engel

Lieblich und göttlich, sinnlich und verführerisch geben sich Putten, Engel und Göttinnen. Diese mythologischen Frauen sind das Sinnbild der Liebe, der Zuversicht sowie der Nahrung. Manche von ihnen vermitteln durch die eigene weibliche Kraft eine Art von Macht. Annapurna, die Göttin der Küche bringt Fülle und Emotion durch ihre Art der Nahrung in das Leben ihrer „Schäfchen“ – so wie ich es heute an meine Gäste überliefere und letztlich nährend aus der Küche zaubere.

Annapurna, die Göttin der Küche!

Früher galt es als normal sich vor Göttinnen zu verneigen. Sie ernstzunehmen; denn sie sorg(t)en sich um das Wohl und Wehe der menschlichen Kreatur.

Sie gelten als weibliche Sinnbilder aus allen Epochen überall auf der Welt. Eine meiner Lieblingsgöttinnen ist Annapurna. Sie gilt als indische Hindu-Mutter und steht für Nahrung und Fülle.

In der alten indischen Sprache, dem Sanskrit, bedeutet das Doppelwort anna „Nahrung“ und purna „Fülle“ oder auch „gefüllt.“ Annapurna verspricht all jenen die zu ihr kommen etwas, was eigentlich nur die Mutter geben kann: sie zu nähren sowie zu geben ohne dabei an sich zu denken. Selbstlos zu sein!

Annapurna, die Göttin der Küche!Im engen Zusammenhang mit dieser Mutter des Überflusses steht meine Einstellung zur Verarbeitung der einzelnen Produkte: Gutes mit Achtsamkeit zubereitet, gekocht, gerührt und mit voller Güte serviert. Einfache Speisen, die schmecken, nähren und die Körpermitte mit Energie und Kraft versorgen.

Annapurna, die Göttin der Küche! Sie ist auch die Erntegöttin; verschenkt aus vollem Herzen und dankt der Muttererde! Mir sind die Götter „heilig“ und auf jeden Fall stets gute Begleiter.

Ernährung, was ist das?

Eine Küchenheilige oder wenigstens eine, die den Finger für die Genießer hebt,  ja! so eine könnten wir in Europa gut gebrauchen.

Heute gibt es jeden Tag in allen Foren, den sozialen Medien und teilweise sogar in den Tageszeitungen den neusten heißen Scheiß rund um die Ernährung. Essen ist Politik!

Mal mit, mal ohne Zucker. Nudeln hin und wieder her. Kohlehydrate ja oder nein? Was macht dick und was nicht. Interessiert sich wirklich jemand dafür? Also im echten Leben? Nahrung ist ein Trend! Wer es sich leisten kann kauft Superfood und Ergänzungsstoffe. Kochen? Ach was, komplett überbewertet! Wir kochen doch schon den ganzen Tag auf allen Kanälen. Da grillt Herr Henssler und hier rührt die ambitionierte Frau Poletto. Kochen ist etwas für Foodblogger und für die Lebensmittelindustrie, damit die junge Generation bei der Stange bleibt.

Kochen ist ein Verkaufsschlager; auch die Küchenindustrie jubelt und die Hersteller von allem was Keiner in der Küche wirklich braucht, lachen am Lautesten! Ist doch fein! Komisch nur, dass das Bewusstsein im echten Tagesgeschäft ein anderes ist. Letzte Woche stand ich mal wieder in einer von diesen wahnsinnigen Luxusküche. Grandios! Alles da, Geräte, Messer, Bretter und im Vorratsschrank die komplette Tütchenliga vom Bolognesemisch über den Kartoffelgratinmatsch. PUH! Da muss Frau ganz schön an sich halten!!

Woran liegt denn das?

Die Menschen sind verunsichert! Was ist denn nun gut? Die Politik diskutiert über die sogenannte Ampel, den Zuckergehalt und die Bioprodukte. Was passiert? Nichts! Biohühnerställe mit bis zu fünfzehntausend Tieren sind in unserem Land als BIO-Hühner-Stall erlaubt. Ja und die Zahl heißt tatsächlich 15.000.

Was ist davon zu halten, dass Edelstahlgrillgeräte für X-Tausend Euro in jedem Frühjahr an die eifernde und geifernde Schar wilder Griller verkauft werden? Ich kann das nicht nachvollziehen, so einen schicken Grill mit allem Zipp und Zapp der macht was her. Allerdings, dass dann Discounterware und Würstchen für 99 Cent auf den blitzenden Rost landen, das verwundert mich sehr –  verkehrte Welt!

Und, der mündige Bürger?

Die meisten Menschen halte ich für relativ gut informiert, dennoch … JA! Wir leben in und mit einer Art von Multioptionalität: Alles kann – Nichts muss! Heute arbeite ich hier, morgen dort. Vegetarier, die am Wochenende bei der Mutti dann doch mal vom Gulasch naschen sind mir dabei ehrlich die liebsten Zeitgenossen.

Fies finde ich diese Grünzeugfraktion mit ihrer Intoleranz! Die sagen immer nur: ICH – ICH und ICH esse meine Suppe nicht. Ach und warum, die ist doch grün und bio. Na, weil da in dem Topf vorher vielleicht ein Huhn lag. Leute, Leute; Aufklärung muss her!

Und, der mündige Bürger könnte sich aus seiner Komfortzone schälen, um sich für den Inhalt seines Einkaufswagens zu interessieren. Heute fragt keiner mehr die Götter, eher seinen persönlichen Coach. Und ob der weiß wie wir uns, die Familie und die Freunde  vor Mogelkäse, Gelschinken zu Tierresten im Biosaft schützen können? Zweifeln erlaubt!

Das Symbol für gesunde Ernährung

Annapurna, die Göttin der Küche! Sie könnte als Symbol für gesunde Ernährung stehen, wie ein Maskottchen, das am Fußballtor hängt. So wie die kleine langsame Schnecke das Symbol der Slow Food Bewegung ist. Es mag an der Sicht der Dinge liegen: für mich bedeutet das Kochen neben der Entwicklung von Kreativität vor allem der Genuss in der Gemeinschaft. Früher haben sich die Menschen gemeinsam um das Feuer versammelt, einander angeschaut, gegessen und gesprochen. Wie schön, dass wir uns in regelmäßigen Abständen an meinem Tisch oder bei meinem (Küchen)Feuer treffen. Ostern steht vor der Tür und ich lade herzlich zu einem klassischen Eiersalat ein. Das Rezept verrate ich in den nächsten Tagen; versprochen. Dann reden wir mal etwas konkreter: wie der Hase so läuft 🙂

Katrine Lihn – mit einer Verneigung vor Annapurna

Annapurna, die Göttin der Küche!

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