Spargelsuppe als Trostessen

Genuss Seelentröster 05.06.2017 2 Kommentare

Manchmal brauche ich sehr sehr dringend ein Trostessen; eine Speise die ich einfach vom Löffel lutschen kann. Heute weint der Himmel, vielleicht spüren die Engelsboten, dass mein Herz betrübt ist: ich koche mir eine Spargelsuppe als Trostessen.

 

Die Schattenseiten des Private Chefs

 

„Wenn Sie diese Stadt sehen, werden Sie sie lieben,“ vollmundig hat dies Friedrich der Große verkündet. Potsdam! JA, das war einer seiner Lieblingsorte. Und er hat so recht. Auch ich liebe meine Wahlheimat, mit den wundervollen Plätzen. Die Schlösser und Gärten sind einzigartig und hier bei der Statue des segnenden Christus vor der Friedenskirche finde ich Trost.

Die Schattenseiten des Private Chefs liegen (eigentlich) auf der Hand. Dieses Leben zwischen den unterschiedlichen Welten, mit immer wieder neuen, wundervollen Menschen hat neben dem Glanz auch seine trüben Zeiten. Logisch! Wo Licht ist, muss es auch Schatten geben. Meine Arbeit als Private Chef ist erfüllt mit der Leidenschaft meines Tuns und dem Wunsch, meine Kunden nicht nur satt sondern auch glücklich zu machen. Das kostet mich Kraft, weil ich mich bei jedem Auftrag veränderten Situationen und Charakteren stelle. Das ist absolut meine Erfüllung, ich mag es so sehr, immer wieder anderen Wesen in die Augen zu schauen …

 

Der Schlüssel zum Glück

 

Spargelsuppe als Trostessen

 

… manchmal blinzle ich auch ein minikleines Bisschen in die Seelen der Anderen. Essen öffnet die Herzen, es macht glücklich und lässt nicht nur die Zunge tanzen. Meine Prise Liebe ist schmeckbar, die Achtsamkeit liegt in der Schüssel, bei jeder Speise. Der Schlüssel zum Glück steckt im Moment des Seins! Vor jedem neuen Auftrag bereite ich mich explizit vor, meistens kenne ich meine Auftraggeber vorher – manchmal auch nicht. Der Reiz des Neuen ist riesig. Ich liebe das und oft, wenn die Stunden oder auch Tage der Gemeinschaft vorbei sind, leide ich sehr! Der Preis des Private Chefs ist die ständige Veränderung, das Gefühl von Nähe, Vertraut- und Verbundenheit, doch dann schließt sich die Tür – bevor sich kurze Zeit später eine andere, eine neue öffnet.

Mein innerer Kompass weißt mir den Weg, meine persönliche Entwicklung ist sehr stark mit meiner Arbeit verbunden: ich lerne, dass meine Schritte die beste Richtung für mich von selbst auswählen. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, da bin ich ganz bei Hermann Hesse (wie so oft)!

Es sind die Entdeckungen, die mich beflügeln. Jedes Mal, wenn ich den Schlüssel in eine Tür stecke, bin ich gespannt, was mich dahinter erwartet.

 

Spargelsuppe als Trostessen

 

Spargelsuppe als Trostessen

 

Und an Tagen wie diesen, wenn sich die Seele wie der Himmel in grauen Schleier hüllt, die Tränen den Blick an die schönen Erinnerungen trüben, JA dann brauche ich dringend eine Suppe. Die wärmende Flüssigkeit mit den knusprigen Spargelspitzen, den feinen Flußkrebsschwänzchen und einem Löffelchen Pesto lassen mich schmatzen machen. Die Äugeln fangen wieder an zu strahlen, vom Löffel gelutschte Tristesse!

Es ist schön wieder am eigenen Herd zu stehen. Mein Zuhause bietet mir den Raum für neue Entwicklungen. Hier bin ich ganz Ich und kann es ohne „Risiko“ sein. In den nächsten Tagen werde ich meine Potsdamer Freunde und Weggefährten treffen, von meinen Reisen erzählen und Pläne schmieden für die Tafel und den GenussSalon.

Als GenussTrainerin bitte ich zu Tisch, um als Gastrosophin Freumomente zu servieren: willkommen in meiner kleinen Welt des Genusses – der nächste Termin an meiner Potsdamer Tafel ist der SonntagsTALK am 25. Juni 2017 – hereinspaziert!

Katrine Lihn – mit Genuss im Hier und Jetzt

Spargelsuppe als Trostessen

2 thoughts on “Spargelsuppe als Trostessen

  • 7. Juni 2017 at 18:07
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    Das liest sich recht traurig, aber warum. Vielleicht ist jetzt wieder eine Zeit gekommen, hier in Deinem kleinem Zuhause neue Kraft zu tanken und Ideen zu entwickeln und hier wartet der alte Freundeskreis auf Dich und freut sich über Deine Erlebnisberichte, hier bist Du nicht allein. Aber eben in Deinen Vierwänden. Genieße diesen Rückzugsort und wie gesagt es gibt immer wie der etwas Neues zu entdecken. Gönne Dir diese Pause, auch bei einem Trostsüppchen….
    Deine Aura möchte gerne Menschen um sich haben und ich denke wir alle sind gerne mit Dir zusammen, aber um der Achtsamkeit willen, genieße auch einmal die Einsamkeit, denn allein bist Du auch hier nicht.
    ganz herzlich
    Gabriele

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    • 16. Juni 2017 at 9:57
      Permalink

      Du Liebe, vielen Dank für diese wundervollen Worte. Es ist tröstlich und JA, ich weiß, hier gibt es Menschen, die mich erwarten, gern mit mir zusammen sind und ich bin das auch. Hier ist mein Hafen, Potsdam ist meine Basis und mein Rückzugsort. Es ist wundervoll hier zu leben und ich genieße das in vollen Zügen, dennoch brauche ich manchmal eben einfach etwas Trost! Nicht mehr, nicht weniger.
      Freue mich schon auf unser Wiedersehen!
      Sei umarmt!

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