Alkmene, Hasenkopf, Gravensteiner und der alte James

Genuss Salon 14.09.2013 keine Kommentare

Die Blätter verfärben sich. Die ersten Kraniche fliegen am Himmel. Herbst wird’s und ich sag Euch was: ich mag das gern!

Ja, ein kleiner Seufzer kam heute morgen aus meiner Brust, als ich am Stand der Gemüsefrau leise fragte:“Na, bis wann wird es denn wohl dieses Jahr die Tomaten geben, hm?“ Sehnsüchtig sah ich in ihre Augen. Und ja, ihre Äugelein die lachten und sie strahlte mich an:“Naja, det wird noch bis Oktober jehn. Sicher!“

Da habe ich dann doch ganz zufrieden die prallen Äpfel „gestreichelt“ und mir einen Korb davon gekauft. Nicht für mich. Für den Kuchen. Denn ich und Äpfel…aber das ist eine andere Geschichte. Erzähl ich Euch, aber bitte nicht heute.

Heute liegen mir die Apfelsorten am Herzen. Ich wundere mich schon ein kleines bisschen, dass es immer noch Menschen gibt, die im Supermarkt so was wie „Pink Lady“ kaufen. Eine Züchtung die makellos sein soll – ein Barbie Apfel. Na bitte schön, jeder wie er mag.

Ich habe heute auch eine neue Sorten gefunden: den Hasenkopf.Nicht makellos, eher schnörkellos. Ein Apfel eben – aus Werder. Sicher gut und ich ihn probier ihn auch. Aber auch das passiert nicht heute. 

Nein, mir steht der Sinn nach Gravensteiner. Schön süß und saftig. Die gelbe Schale fest, aber nicht zu ledern. Ein Apfel wie er mir gefällt. Pur und gut!

Mein Herz schlägt ja für die alten Sorten. Die Goldparmäne ist schon seit Jahren meine Prinzessin und der Cox den koche ich diesen Herbst wieder mit Orangen ein. Es ist mir so eine Lust diese Tradition in Gläser zu füllen. Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Feinkost bei Euch ankommt. Doch das dauert noch einen Moment.

Nun habe ich das letzte Kilo Gravensteiner gekauft und es gibt daraus einen Kuchen. Einen vorbestellten Apfelkuchen ohne Schnickschnack. Die Backtradition ist auf einem guten Weg. Ich backe gern für Euch – bitte einen Tag mindestens vorher bestellen.

Der klassische Teig wird aus 200gr Butter, 200gr Mehl, 150gr Zucker, 2 Teelöffel Weinstein, 2 Teelöffel Vanillezucker, 4 Eiern und 100gr Stärke gerührt. Ich gebe alle Zutaten in meine Küchenmaschine und lasse sie zwei Minuten arbeiten.

In dieser Zeit fette ich die Springform ein und stelle den Ofen auf 175 Grad bei Umluft. Die Äpfel schäle, halbiere und entkerne ich. Sie kommen als Spalten aufrecht in den Teig. In die Mitte gebe ich eine Handvoll Apfelwürfel.

  
Kürbiskerne und 50gr braunen Zucker streue ich über den ungebackenen Kuchen. 

Nun ist er bereit für die Wärme. 30 Minuten backt er so vor sich hin.
Ich decke ihn jetzt mit Alufolie ab. Er wird sonst zu dunkel und die Kerne werden ganz trocken. Er braucht nun noch weitere 30 Minuten und dann kommt er so lecker duftend aus dem Ofen.
Er schmeckt lauwarm herrlich, doch Vorsicht ist geboten. Manche Zeitgenossen bekommen davon Bauchweh. Also, dann doch lieber auskühlen lassen. Die Stücke schmecken mir pur, doch auch eine aufgeschlagene Sahne, Puderzucker oder sogar Vanillecreme schaden dem Herbstgenuss nicht.
Kuchenglück und Tortenschlacht – ich bin bereit.
In diesem Sinne einen wunderbaren Samstag mit Herbstsonne.

Eure
Katrine – die GenussTrainerin ®

Alkmene, Hasenkopf, Gravensteiner und der alte James

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