Leidenschaft reloaded

Genuss Salon 04.08.2013 keine Kommentare

Seit Wochen, wenn nicht Monaten mache ich nun rum. Sag ja, sag nein, sag vielleicht. Es gehört aber auch was dazu, sich den Dingen mal so ganz und konsequent zu stellen.

Nun ist es passiert. Ich hab einfach JA gesagt. Es war heute morgen um sieben.
Tolle Uhrzeit und so passend. Ich erwachte mit dem Gedanken an eine vergangene Zeit. 1994 oder 1996 ganz genau erinnere ich mich nicht mehr.

Jedenfalls begann es zu dieser Zeit…ich hab schon nach Fotos gesucht, aber leider keine gefunden. Da buk ich meinen ersten „Motivkuchen.“

Einen Duellpistolensatz für meinen Vater. Der war aus Rührteig und dann mit Schokolade überzogen und mit Silberkugeln verziert. Zu jener Zeit, also vor schlappen 20 Jahren so oder so habe ich immerzu und ständig in der Küche gestanden und gebacken und gekocht. ACH. 

Keine wirkliche Überraschung für Euch. Nein? Doch! Denn seit mindestens zehn Jahren habe ich nur noch Quiche und Weihnachtsplätzchen aus dem Ofen geholt. Ja und hier und da mal eine Zitronentarte oder einen Erdbeerkuchen. Knirsch, grummel…hmm, ja schon, ich hab auch gebacken in den letzten Jahren aber nie mehr so wie damals.

Nie mehr mit diesem Gefühl im Bauch und in den Fingerspitzen. Jetzt ist es wiedergekommen das große Gefühl für meine alte Leidenschaft. 

Meine alte Liebe ist zurück. Meine Liebe zum Backen.

Plötzlich machen die ganzen Formen, Förmchen, Stecherchen, Paletten und Silikonformen mit Herzen, Kreisen, Fischen, Beeren undsoweiterundsofort in meiner Backschublade wieder Sinn! Yiepiehhhh. Denn ich musste mir immer Fragen stellen lassen, wozu hebste das auf? Du isst doch gar keinen Kuchen.

Der O-Ton einer lieben Freunden vor ein paar Tagen machte mich dann doch sehr nachdenklich: „Ach meine Liebe! Du backst nun seit Monaten immerzu und magst Deinen Kuchen gar nicht essen. Das ist sooo schade. Dafür genießen wir Deine Backkunst umsomehr. Aber wie geht das denn nun weiter?“ 

Ja, die Antwort steht seit heute fest. Ich schreibe es in meinen Kalender: am 04. August 2013 ist der neue Trend wieder der alte: Kleinigkeiten kommen aus der Hitze. Minis und frische Törtchen. Feinste kleinste Leckereien. Große Torten mit handrolliertem Marzipan eingeschlossen.

Es fing wieder mit meinem Mürbeteig an. Der möchte gut geknetet sein oder aus der Küchenmaschine kommen. Dann hat er Spannung und lässt sich gut verarbeiten. Liebevoller Umgang mit den Zutaten erhöht das gute Ergebnis!

125gr
weiche Butter mit 250gr Mehl (Type 550), einem Ei, einer Prise Salz und
30gr Wasser mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten
und zu einem Kloß formen. Für
einen SüßenKuchen 80-100gr Puderzucker einarbeiten. Eine Stunde kalt stellen.

Wichtig beim Befüllen von kleinem Gebäck ist das Vorbacken. In der Bäckersprache heisst es Blindbacken. Schaut mal hier in der Brigitte ist das sehr gut beschrieben:

http://www.brigitte.de/rezepte/kochtipps/blindbacken-1167084/

Meine Schritte sind ähnlich. Ich nehme zur Beschwerung des Teigs kleine Backsteine. Die sind echt super praktisch und kommen auch, wenn mag das noch wundern, aus meiner Backschublade…lalala.

Die Förmchen gut einbuttern und die Törtchen hinein legen. 
Den Rand mache ich immer extra und gebe ihm mit einer
 Kuchengabel eine schöne Form. Einfach am Rand
immer mit den Zinken eindrücken.
Die Steine verhindern, dass sich der Teig hebt und er bleibt nach dem Befüllen schön knusprig.

Während die Törtchen backen rühre ich eine Creme aus 250gr Mascarpone, 250gr Schmand, Schale und Saft von einer Limette, 70gr braunem Zucker, einem Teelöffel Vanillezucker und zwei Eiern. 

Die Törtchen werden dann mit der Creme bis zum Rand gefüllt und kommen wieder in den Ofen. Ich backe sie bei 160 Grad ganz unten im Ofen für eine gute Stunde. Stäbchenprobe machen und im heissen Ofen auskühlen lassen.
                                         

In dieser Zeit putze und verlese ich Beeren. 
Himbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, schöne
reife rote Früchte. Die werden dann püriert und durch ein Sieb gestrichen.

Dann koche ich dieses Fruchtmus einmal richtig kräftig auf und gebe 1-2 Teelöffel Speisestärke hinein. 

So wird das Püree schön sämig. Ich brauche zum Stabilisieren der Früchte keine weiteren Hilfsmittel. Ich streiche den Fruchtspiegel auf die Creme und setze die Früchte dazu. Dann schlage ich im Wasserbad eine Tafel Schokolade auf und mache mit einem Löffel kleine Muster auf die Minis.

 Die wiedergefundene Leidenschaft…

                                                          …kann sich sehen lassen.

Oder was meint Ihr?

Mit einem fröhlichen Gruß aus meiner Werkstatt und gaaanz viel Krümeln
am Mund. Es ist doch überraschend – die kleinen Dinger schmecken mir.

Toll! Für einen Sonntag eine himmlische Überraschung!

Ich wünsch Euch einen tollen sonnigen Genusstag.

                     Eure
Katrine – die GenussTrainerin ®

Leidenschaft reloaded

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert