Sturm statt Genuss

Genuss Auf Reisen 03.04.2013 keine Kommentare

 

Wer
eine Reise tut, der kann etwas erleben – ob das Erleben immer schön
ist, das lassen wir mal dahin gestellt. Und das Reisen bildet, ja das
habe ich in den ersten Stunden dieser Reise mehr als deutlich
gespürt.
Wobei
diese Geschichte nicht viel oder eher sehr wenig mit Genuss zu tun.
Also doch, ja schon, denn sie ist Teil meiner GenussReise – es geht
mal wieder auf die kleine grüne Insel im Atlantik: LaPalma.
Doch
bevor meine Füße den schwarzen Islasboden spüren, haben die Götter
einen Sturm gesendet – doch jetzt mal der Reihe nach.
Mittwoch
morgen um 6 Uhr startet planmäßig die Maschine der Condor von
Hamburg nach La Palma. Die Crew wie immer fröhlich, einige Plätze
frei und direkt wird klar: heute werden wir eine längere Flugzeit
benötigen, denn der Wind ist stark und kommt von Vorne.
Vor
der Landung, die für 10:30 Uhr Ortszeit angekündigt ist, (in
Deutschland zeigt die Uhr 11:30h) meldet sich der Kapitän und
erzählt munter, dass es ein bisschen wackeln wird, da die
Wolkendecke dicht ist und der Sturm ordentlich bläst.
Na
dann man los. Die Bildschirme zeigen den Anflug, die Wolken sind sehr
dicht, dann wackelt der A320 durch die Wolken und die Landebahn ist
in Sicht. Ich schaue aus dem Fenster am Notausgang und überlege, ob
ich wohl die Tür ordentlich geöffnet bekäme… wenn denn…
rappel, schepper, da zieht die Maschine wieder gen Himmel.
Hoppla…das Rascheln der Spuktüten und das deutliche Zischen vom
Atmem macht deutlich, einige Passagiere haben erhebliche Probleme.
Über
den Wolken ist die Luft stabil und brav fliegen wir weiter. Der
Kapitän meldet sich wieder und entschuldigt sich für das Wetter und
das Geschaukele, möchte aber gleich noch einen Versuch machen.
Raschel….
Die
Kurzfassung lautet: noch 2x versucht…zum Rascheln kam das Beten und
dann ging die Reise nach GranCanaria. Aussteigen und 2 Stunden später
wieder einsteigen. Noch 2 Versuche auf LaPalma zu landen, um dann in
Teneriffa Süd festen Boden unter den Füßen zu haben – erst
einmal. Also, festen Boden!
Denn
der wirkliche WahnsinnsTripp kommt mit der Ausfahrt der großen
Katamaranfähre. Die Wellen sahen von oben schon bedrohlich aus,
riesige Schaumkronen tanzten wild durcheinander. Nun tanzen wir mit!
Nach
mehr als drei Stunden erreichen wir gegen 22:30 Uhr den rettenden
Hafen von Santa Cruz. Hunderte von Menschen sind physisch und
psychisch total am Ende. Ich habe kaum jemanden gesehen ohne eine
Tüte in der Hand oder Tränen in den Augen.
20
Stunden für einen Ausflug zu den Kanaren…da fehlen mir auch jetzt
noch fast die Worte. Das haut auch den stärksten Weltenbummler aus
den Schuhen!
Nun
erstmal ausruhen und dann schauen, ob die Avocados schon reif sind.
Feine Kleinigkeiten zu bereiten und den einen oder anderen Abend mit
Tapas genießen. Später – jetzt durchatmen und schlafen.
Sturm statt Genuss

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