Blümchen für Luise, wie ein zarter Kuss!

Genuss Salon 28.03.2014 keine Kommentare

Heute kehre ich also zurück in das Land vor unserer Zeit. Wir schreiben das Jahr 1863 und ich bin bereit für einen Strauß. Einen kleine Handvoll Blümchen aus der Sole. „Wir ernten hier in der Pfanne diese Kristalle“ stolz zeigt Herr Ortmann mir die Pracht auf dem Wasser.

Zur Erinnerung: ich bin in Göttingen in der Saline Luisenhall. Wie angekündigt kommt hier der nächste Teil der Geschichte zur Geschichte des Salzes.

„Ernten?“ „Ja, es ist doch ein Naturprodukt. So wie Blumen am Wegesrand.“ Der Solemeister schaut mich mit lachenden Augen an. „Ernten nicht abbauen. Blumen werden gepflückt. Das sagen wir auch. Manchmal.“ 

Jede Minute lerne ich neues dazu. Wunderbar. Die Ernte der Blumen des Salzes. Poetisch! Landläufig ist diese Salzart besser bekannt als „Fleur de sel“. 
Wer hat wohl schon einmal Deutsches Fleur de sel benutzt? Für mich ist es ganz neu. Bisher kannte ich diese Spezialität ausschließlich aus Ländern wie Frankreich, Spanien und den Kanarischen Inseln. 

Diese Begegnung prägt mich. So viele Entdeckungen. Neues Wissen. Großartig!
Wir gehen weiter und die nächsten Erläuterungen kommen prompt.

Um das Salz essbar zu machen muss es gereinigt werden. Die Sole wird im sogenannten Kalk-Sodaverfahren gereinigt.

Himmelblau schillert das Wasser. Überall wo die Sole trocknete schmiegen sich die Salzablagerungen an, wo immer sie hängen bleiben. 

     

Es sieht aus wie in einer anderen Welt! Hier könnten auch Dramen spielen und Märchen mit Fabelwesen aus der Unterwelt. Erstaunlich.

Das getrocknete und gereinigte Salz und läuft durch einen riesigen Trichter.

Um dann, wie auf dem Bild im hinteren Teil zu sehen, auf dem Förderband zu landen. Von dort geht die Salzreise weiter. Wie über eine Straße geht die Fahrt zur nächsten Ebene.

Diese Salzstraße mündet an einem Sortierer, der das Salz trennt. 

„Wie gut dass wir gerade hier ankommen. Die linke Röhre ist verstopft.“ Herr Ortmann deutet auf die Öffnung. Hier werden die Sorten getrennt.

In Luisenhall werden drei Körnungen produziert: Grob, mittel und fein. Das Salz wird dann wie am Anfang der Erzählung in Tütchen und Tüten verpackt. Der größte Teil der Gewinnung wird naturbelassen verkauft. 

Ein besonderer Anteil wird weiterverarbeitet und landet als Pökelsalz beim Metzger für den guten Schinken. Bestimmt äußerst köstlich!

Unser Rundgang geht zu Ende. „Was ist mit dem Feuer“ frage ich neugierig. Es fällt mir schwer zu glauben, dass dieser Ausflug in „Luises Salzlandschaft“ schon vorbei sein soll. 

„Ach ja. Stimmt. Na kommen Sie mal mit. Da entlang.“ Wir verlassen das Gebäude mit der Abpackstation und gehen vorbei an dem kleinen Bächlein, um schließlich vor einer schweren Eisentür zu landen.

Ja und dahinter lodert es. Selbst durch diese schwere verschlossene Tür spüre ich die Hitze. Schon wieder denke ich an wilde Tiere. Drachen, die Feuer speien! Ja, da steckt eben doch das Kind in mir. 

Daran kann ich mich kaum satt sehen. Es ist die Glut und das heimnisvoll Magische. Eben doch eine vergangene Welt. Auch ohne Drachen und Elfen.

Noch ein Wort zur Geschichte des Namens. Luisenhall? „Bestimmt der Name einer Mutter oder Vorfahrin, hmm“ kommt es naseweis über meine Lippen? Der gute Herr Ortmann lächelt milde. 

„Schauen Sie mal in unsere Broschüre, da ist das so schön beschrieben wie ich es nicht sagen könnte.“ Mit einem warmen Händedruck verabschieden wird uns. 
„Ich sage Ihnen Bescheid, wenn ich dieses wunderbare Erlebnis aufgeschrieben habe. Versprochen!“ Ein kleiner Augenblick und „auf Wiedersehen. Wenn ich darf komme ich gern wieder!“ 

Unsere Wege trennen sich. Er geht zurück zu den Salzblumen und der Sole. Seinem Arbeitsleben mit dem ewigen Salz. Auf ewig Luise, ach! 

Und ich? Ich schlendere zum Auto zurück, mit dem Wissen, dass im Kofferraum sowohl ein Eimer feines als auch ein Eimer grobes Salz stehen. Die warten darauf in einer Mühle zu landen. Als neue Sommerkreation. 

Verehrte Frau Luise, das war mir eine zu höchst große und angenehme Ehre! Mit einer Verbeugung vor so viel Achtung und gutem Umgang mit der Natur sowie deren Endprodukt.

Bin und bleibe ich eine dankbare Genießerin des Salzes,

          Ihre
Katrine Lihn – Die GenussTrainerin®
  

P.S. In der Firmenbroschüre steht, Zitat:
<Wie kommt eine Saline zu dem Namen Luise?
Der Name Luisenhall stammt aus einer Zeit, als Unternehmen noch nicht global schutzfähige und manchmal kryptisch anmutende Namen trugen, sondern schlicht den Namen der Mutter des Inhabers.>

Blümchen für Luise, wie ein zarter Kuss!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert