BuchBlogParade 2014: Haben oder Sein

Genuss Salon 12.02.2014 2 Kommentare

Öffentlich zu lesen oder besser gesagt, sich bekennen zu seinen Schätzen. Bücher! Freunde für ein Leben. Manchmal! Bücher, auch im 21. Jahrhundert oder gerade in diesem schnellen Leben. Zwischen facebook, social media, twitter und pinterest sind sie Begleiter, Tröster und so viel verkauft wie nie. Naja, ich sag das hier mal so, weil ich es lese. Menschen lesen wieder. Und zwar nicht nur online und elektronische Lektüre, sondern papierne Schinken. Fein! Ich freu mich wirklich. Mich begleiten Bücher seid meiner Kindheit. Sie sind die stillen Freunde im Regal. Lieb gewonnen über die Jahre. Wie Fotos stehen sie nebeneinander. Ein Bisschen in die Jahre gekommen, na aber!

Heute leben zu neben den Büchern, Smartphone, Tablett und Computer. Eine neue Welt macht sich bereit für neue Ideen und andere Werte. Gestern sagte meine Freundin Britta:“Früher haben wir morgens Faxe und Telex gelesen, heute lesen wir Mails.“ Genauso ist das. Ob es „Etwas“ zu beklagen gibt? Aus meiner Sicht nicht. Außer, dass die neuen Medien und wenn ich daran eintauche „Zeitfresser“ sind. Genug davon!

Denn mal ehrlich, ohne facebook würde ich an dieser Blogparade nicht teilnehmen. Denn Eva Maria Nielsen „traf“ ich dort. Sie hat den Anstoß gegeben zwölfmal im Jahr ein Buch vorzustellen. An jedem zwölften in jedem Monat und zwar jeder von uns der teilnimmt. 

Na dann. Heute ist der 12. Februar und ich hatte Mühe mich zu entscheiden. Habe sie immer noch. Es gibt so viele Lebensbegleiter. Immer wieder greife ich zu meinen Büchern. Es ist wie im wirklichen Leben. Menschen kommen. Menschen gehen. Neue Kontakte kommen dazu. Plötzlich sitzen andere mit am Tisch. Doch, das ist ein anderes Thema.

Heute also: Haben oder Sein von Erich Fromm

Mein Exemplar habe ich 1984 gekauft. Mit dem Untertitel: „Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“ ist es heute aktuell. 

Auf dem Rücken des Taschenbuches steht neben dem Preis von DM 6,80 folgender Text:

„Wenn die Menschen jemals freiwerden, das heißt dem Zwang entrinnen sollen, die Industrie durch pathologisch übersteigerten Konsum auf Touren zu halten, dann ist eine radikale Änderung des Wirtschaftssystems vonnöten: dann müssen wir der gegenwärtigen Situation ein Ende machen, in der eine gesunde Wirtschaft nur um den Preis kranker Menschen möglich ist. Unsere Aufgabe ist es, eine gesunde Wirtschaft für gesunde Menschen zu schaffen.“

Dem ist fast nicht hinzuzufügen. Fast. Eins ist noch ein Muss. Der Autor Erich Fromm ist am 23. März 1900 in Frankfurt am Main geboren und am 18. März 1980 in der Schweiz gestorben. Er war Soziologe, Psychologie und Philosoph.

Mich hat er lange begleitet, der gute Erich Fromm. Tut dies auch heute noch. Denn auch sein Buch, „Die Kunst des Liebens“ gehört zu meinen Lebensbegleitern. Darum geht es hier nicht, obwohl das Thema Liebe und Sein ausführlich beschrieben steht. Haben und Sein in der alltäglichen Erfahrung: Liebe

„Auch Liebe hat, je nachdem, ob davon in der Weise des Habens oder des Seins die Rede ist, zwei Bedeutungen. Kann man Liebe haben? Wenn man das könnte, wäre Liebe ein Ding, eine Substanz, mithin etwas, was man haben und besitzen kann. Die Wahrheit ist, daß es kein solches Ding wie „Liebe“ gibt. „Liebe“ ist eine Abstraktion; vielleicht eine Göttin oder ein fremdes Wesen, obwohl niemand je diese Göttin gesehen hat. In Wirklichkeit gibt es nur den Akt des Liebens. Lieben ist ein produktives Tätigkeitsein, es impliziert, für jemanden (oder etwas) zu sorgen, ihn zu kennen, auf ihn einzugehen, ihn zu bestätigen, sich an ihm zu erfreuen – sei es ein Mensch, ein Baum, ein Bild, eine Idee. Es bedeutet, ihn (sie, es) zum Leben zu erwecken, seine (ihre) Lebendigkeit zu steigern. Es ist ein Prozess, der einen erneuert und wachsen läßt.“
Wird Liebe aber in der Weise des Habens erlebt, so bedeutet dies, das Objekt, das man „liebt“, einzuschränken, gefangenzunehmen oder zu kontrollieren. Eine solche Liebe ist erwürgend, lähmend, erstickend, tötend statt belebend. Was als Liebe bezeichnet wird, ist meist ein Mißbrauch des Wortes, um zu verschleiern, daß in Wirklichkeit nicht geliebt wird.“

Im Februar ist dies also meine Empfehlung! Denn es sind viele Voraussetzungen für einen Wandel der Gesellschaft spürbar. Etliche Mitbürger sind krank. Sie leiden an den Symptomen des Wandels. Die Welt ist zu schnell und oft auch grausam. Wer nicht mitkommt, wer nicht durchhält, ja, der fällt eben einfach hinten runter.

Es ist auffällig, dass es eine sentimentale Sucht nach allem was „Land“ heißt, nach Land riecht und danach schmeckt, zu geben scheint. Des Weiteren ist es ein Phänomen, dass plötzlich über all Figuren von Buddhas stehen. Fast so, als ob es helfen könnte sich mit Figuren und kleinen Sprüchen gegen Habgier, Geiz, und Unachtsamkeit zu schützen.

Immer wieder auf der Suche nach dem was wirklich zählt,

            Ihre
Katrine Lihn – die GenussTrainerin®

P.S. In guten und in schlechten Zeiten hilft mir immer: SUPPE!

Buntes Gemüse ist fein und macht froh!

BuchBlogParade 2014: Haben oder Sein

2 thoughts on “BuchBlogParade 2014: Haben oder Sein

  • 13. Februar 2014 at 18:28
    Permalink

    Hallo Katrine! Ja, diese alten Freunde, die mit einem in die Jahre kommen – die habe ich auch. Erich Fromm habe ich beim Abitur das erstmals gelesen und später wieder im Studium. Du hast Recht, er ist hochaktuell. Danke für deinen Beitrag.

    Reply
    • 14. Februar 2014 at 18:49
      Permalink

      Liebe Eva Maria,
      ja es ist doch immer gut von ein paar "alten" Weggefährten umgeben zu sein!
      Schönes Wochenende für Dich!
      Katrine

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.