Buchvorstellung: Yvette van Boven HOME MADE Sommer

Genuss Salon 21.05.2014 keine Kommentare

Vieles ist mir so nah! Die Fotos sind ungewöhnlich, doch sehr klar und ausdrucksstark. Das ganze Buch wirkt authentisch! In den Sätzen und Ideen von Yvette van Boven spüre ich einen großen Teil meiner eigenen Inspiration. Schon der Buchdeckel macht es spürbar. Zwischen diesen beiden „Deckeln“ steckt vielmehr als nur ein Kochbuch!

Diese Sommerlektüre erscheint beim DUMONT Buchverlag aus Köln. Hier werden zunehmend Kochbücher verlegt, was mich freut. Denn der Verlag ist mir bekannt als Vorreiter für sehr gutes Fotomaterial und excellente Reiseführer. Doch hier geht es um’s Essen. Es sind im ganz Besonderen die kleinen Zeichnungen und die Art des Textes, die Lust machen einzukaufen und loszulegen. KOCHEN und zwar Sofort! Ohne einen Wimpernschlag des Zögerns. Es ist fast so, als würde Yvette van Boven mit mir sprechen. Auf Seite zehn gibt es ein sehr kleines Rezept über Pfannkuchen. Ja, das ist gar nicht so doll, eher im Gegenteil, denn für ihre Pancakes nimmt die Autorin Milch statt Buttermilch! Verstehe ich gar nicht, aber trotzdem habe ich diese kleinen fluffigen Dinger nachgebacken. Warum? Nicht um zu beweisen, dass sie mir mit Buttermilch besser schmecken. Nein, nein. Es ist viel schlimmer. Also, ich sag’s jetzt wie es passierte. 

Beim Blättern entdecke ich ihn. Den Kater! Es könnte doch auch eine Katze sein? Nein, im Text steht: „Wenn wir einen Kater haben (was natürlich nur selten vorkommt)“ deshalb Kater. Also dieser kleine Grinsekater hat mir mit seiner Sprechblase „HEY!“ suggeriert: back die! 

Ich fühle mich direkt angesprochen. Da ist das sehr Ungewöhnliche an diesem Kochbuch. Die Autorin und der Buchverlag DUMONT haben eine gemeinsame Komposition zu Papier gebracht. Wie Musik kommen die Rezepte zwischen den einzelnen Seiten hervor. Beflügeln und wollen nachgekocht, gerührt, gebacken und ausprobiert werden.

Den Verlag DuMont kenne ich schon lange aus meinen eigenen Kölner Zeiten und ich besitze einige Kunstbände aus diesem Haus. Doch dies ist mein erstes Kochbuch. Nun habe ich großen Appetit alle Kochbücher von „meiner“ neuen Freundin Yvette zu lesen und auszuprobieren. Na, das kann ja noch werden.

Noch bin ich mit dem ja nicht mal mit dem HOME MADE Sommer nicht am Ende. Die herrlichen Geschichten möchte ich am Liebsten alle nacherzählen. Aber nein. Das ist ja Quatsch. Doch die Mutter-Oma-Spargel-Geschichte von Seite 201, die berührt und schmiegt sich an mich. Denn auch ich erzähle ja gern von meinen kochenden und backenden Familienmitgliedern. Kochen und Geschichten erzählen, ja das ist auch meine Welt!

Zurück zu Seite 200. Dort gibt es ein Foto über das ich stolpere. Spargelstangen mit Gummibändern eingefangen stehen in einer Kiste. Sieht aus, als ob dieses Bild direkt beim Händler entstanden sei. Vielleicht sogar beim Erzeuger. Schließlich gibt es in Holland einige Spargelhöfe. Die Gummibänder irritieren mich. Witzig oder? Jeder hat so seine Bilder im Kopf, wie etwas zu sein hat. Gummibänder! Bei mir wären sie nicht auf dem Foto. Na egal. Jedenfalls steht auf der Seite daneben eine gezeichnete Torte und die angedeuteten Kerzen sehen aus wie Spargel. Ähnliche Form, das macht Sinn. Dazu schreibt Yvette eine kleine Anekdote zum Geburtstag ihrer Mutter. Die, logisch zu einem Spargelrezept führt. Wundervoll! Lesenswert und unbedingt nachzukochen.

Für mich ist dieses Kochbuch ein Lesebuch. Geschichten und Zeichnungen machen es so fröhlich! Meine Finger gleiten durch die Seiten und stoppen wie automatisch bei Sätzen wie: „Idiotensichere doppelt gebackene Estragon-Soufflés.“ Ha, so soll es sein. 

Die Beschreibungen der einzelnen Köstlichkeiten sind einfach und gut gemacht. Schade finde ich, dass bei den Angaben wie „Teig in eine gefettete Kastenform geben“ nicht gesagt wird, wie groß diese Form sein soll. 25 Zentimeter, 30 oder gar 35 Zentimeter. Ja, für mich ist das nicht so tragisch, ich nehm einfach was ich habe. Aber ich kann mir vorstellen, dass es andere Nachbacker gibt, denen diese Angabe gut täte. Vielleicht beim nächsten Buch, ja?

In den vergangenen Wochen habe ich etliche Rezepte probiert. Ich liebe Sepia und so ist es kein Wunder, dass die Tintenfische à la Horas von Seite 188 in diesem Sommer einen Lieblingsplatz bekommen. Ganz große Klasse und in meinem Repertoire ja auch enthalten, hier aber noch mal ein bisschen frischer mit der Zitrone: Das Kartoffelpüree mit frischen Kräutern und genau Zitrone. Die Fotos dazu auf Seite 216 sind in ihrer Einfachheit jedes für sich Schönheiten. 

Der Sommer kann kommen: Yvette van Boven und DUMONT sei Dank. Doch ich verabschiede mich ja nicht ohne Ihnen den Mund noch wässriger zumachen.

Rucolakuchen
mit Pinienkernen

Für die Vorbereitungen habe ich mir alle Zutaten zusammen gestellt. So mache ich das ja häufig.
Erstens macht es mir Freude und zweitens bin ich so auf der sicheren Seite; denn beim Backen ist es gut, ordentlich zu arbeiten.
100gr Rucola habe ich zweimal gewaschen. Er ist doch immer recht sandig und so kann er sich
nach der Schleuderei gleich auf eine scharfe Messerbehandlung freuen…
Den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
175gr Mehl und 1,5 Teelöffel Backpulver (ich nehme ja lieber Weinstein, aber okay) in eine Schüssel geben. 3 Eier, 2Esslöffel Saure Sahne, 4 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Senf (ich nehme die Schöne Luise) mit dem Handrührgerät auf der höchsten Stufe zügig zu einem geschmeidigen Teig mischen.
50gr Pinienkerne und den gehackten Rucola unterheben.
Den
Teig in eine gefettete Kastenform (ich habe eine 30cm lange Form
genommen) geben. Die Form mit beiden Händen festhalten und auf die
Küchenarbeitsplatte schlagen, damit sich keine Löcher im Teig
bilden.

Den
Kuchen nun 40 Minuten backen. Je nach Ofenart kann er dann noch mal
15 Minuten zur Bräunung brauchen.

Abkühlen
lassen und aus der Form stürzen und in Scheiben schneiden.
Yvette
empfiehlt ihn zimmerwarm zu einem Teller Suppe oder zu einem Salat zu
servieren. Ja, dieser Idee folge ich. Doch schmeckt der Kuchen auch
kalt.
Ganz
besonders hoch im Geschmackskurs steht er bei mir mit Spargelpesto
und Erdbeeren.
Na,
ein Jeder wie er mag. Guten Appetit und einen wundervollen Sonnentag.

                     Ihre
Katrine Lihn – Die GenussTrainerin®

P.S. Das Buch hat die ISBN 978-3-8321-9468-0

Buchvorstellung: Yvette van Boven HOME MADE Sommer

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