Das Bündnis zwischen Mensch und Tier

Genuss Salon 30.03.2014 keine Kommentare

Es sind sicher siebzig Kilometer. Ich fahre über Land. Südlich von Potsdam gen Osten. Mein Ziel ist der „Hohe Fläming“. Kleine Orte um die Spargelstadt Beelitz herum. Die Suche gilt Höfen, kleinen Erzeugern und am Nachmittag habe ich einen Termin auf Gut Schmerwitz. Es ist und bleibt spannend! Alle Lieferanten und Erzeuger persönlich kennen zu lernen, keine kleine Aufgabe. Doch diese Arbeit, diese Form der Recherche gefällt mir sehr. Wenn es auch manchmal frustrierend ist und ich nicht zufrieden bin. Mit mir, meinen Fragen und der bitteren Wirklichkeit von Landwirtschaft und Tierhaltung.

„Was erwartest Du?“ fragt mich gestern eine Freundin. „Hier in Brandenburg hat es nie kleine Höfe und Bauern gegeben wie in Baden Württemberg oder Bayern.“ 

Dessen bin ich mir bewusst. Dennoch: Meine Suche gilt der Tradition. Den Gemüsesorten der Vergangenheit. Der Tierhaltung mit Ställen und Auslauf. Ich suche nach Menschen, die Wurst in Gläsern einkochen und sich gern ein Stück Fleisch in die Pfanne legen.

Essen so wie es früher war. So wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Normales Essen mit modernem Pepp. Gerichte wie sie heute aus meiner Küche kommen. 

Zurück in den Hohen Fläming. Ich kurve durch Alleen und minikleine Orte. Es sieht aus wie es eben aussieht auf dem Land. Grün. Satt. Platt.

Viele Pferde grasen auf Koppeln. Rinder sehe ich keine! Menschen auch nicht. Einsam scheint diese Gegend zu sein. Verlassen und ein bisschen vergessen.

Landleben. Ja! Auch ich hege immer mal wieder den Wunsch nach einem eigenen Hof und spiele mit dem Gedanken Pferde, Hunde, Katzen, Ziegen, Schafe, Kühe und vielleicht ein Schwein zu halten. Landlust oder emotionaler Humbuk? Heute stellt sich diese Frage nicht.

Erfüllt ist mein Herz! Voller Landliebe und Zufriedenheit als ich auf Gut Schmerwitz zwischen den Tieren stehe. Das ist das große Glück. So fühlt es sich an…

… ich liebe diese Tiere! Eigentlich liebe ich alle Tiere. Na ja, nicht die ekligen. Doch auch das liegt im Auge des Betrachters. Egal! Tiere sind meine Freunde. Punkt!

„Sind Sie Vegetarierin“ fragt mich Rita Neumann, die Betriebsleiterin vom Gut. Erstaunt schaue ich sie an. „Nein! Wie kommen Sie denn darauf? Ich esse sehr gern Fleisch, wenn ich weiß wo es herkommt.“ Wir lächeln beide, stumm.

Ökologischer Landbau. Artgerechte Tierhaltung. Das sind meine kleinen einfachen Wünsche. Weil Kochen ein Teil meines Lebens ist. Weil Essen ein Stück Natur ist. Kochen sollte zur Grundausstattung des Lebens gehören. Das ist  meine Überzeugung und so bleibt sie. 

Als Slow Food Mitglied zitiere ich gern und immer wieder diesen Satz:“Essen, was man retten will. Denn was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt.“ 

Und weil die Tiere vom Land mit Auslauf, gutem Futter und der frischen Luft bestes Fleisch liefern, gönne ich mir gleich drei dicke Stücke vom besten Lamm. Hmm, so feine Lammkotelett mit einem dicken Rand Fett. Der gibt Geschmack und wenn er schön knusprig wird, dann knackt er herrlich doll in meinem Mund.

Einfach mit Öl und Knoblauch in der Pfanne gebraten. Dazu gibt es gedünstete Möhren, kleine Pellkartoffeln, die ich gleich einmal in der Pfanne wälze. Zwei Gabeln Feldsalat gönne ich mir als Einstieg. Heute ist schließlich Sonntag.

Die fertigen Koteletts bekommen einen Spritzer Minzöl. Das schmeckt so frühlingsfrisch und die Kartoffeln fühlen sich geschmeichelt.

Wie ein kleiner Sonntagsbraten! Genau das Richtige für mich zum noch sonnigen frühen Abend. Guten Appetit!

                   Ihre
Katrine Lihn – Die GenussTrainerin®

Und notieren Sie sich gleich den Termin zur Brandenburger Landpartie am 14. und 15. Juni 2014. Treffen Sie mich auf Gut Schmerwitz.
  

Das Bündnis zwischen Mensch und Tier

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