Der Duft des Piemont zwischen Würsten und Weisheiten!

Genuss Salon 22.10.2014 keine Kommentare

Hübsch, sauber und adrett. Wie bitte? Morgens um acht Uhr riecht die Stadt nach Seife und frisch gestärkten Kragen. Ein Traum? Nein, nein. Ich schlendere vor dem ersten Espresso durch das Vanchiglia Viertel. Menschen eilen zur Arbeit und die Bürgersteige sind noch feucht von der Reinigung. Die Straßenzüge in Richtung Santa Giulia hinter der Piazza Veneto gehören schon jetzt zu meinen Favoriten. Kleine Kneipen und herrliche Minigeschäfte mit selbst gebackenem Kuchen, kleinen Törtchen und Handarbeiten. Und…

… es ist wirklich unglaublich, es duftet überall. Meine Nase tanzt und meine Äugelein erfreuen sich an diesen vielen gut angezogenen Zeitgenossen. Männer tragen schicke Schuhe zu Jeans und weißen oder gestreiften Hemden, dazu Blazer mit Einstecktuch. Die Frauen, ist ja klar, haben unglaubliche Pumps an ihren Füßen. Diese neue Herbt-Winter-Kollektion, irgendwie klobig, irre hohe Absätze und doch grazile, dazu Stiftröcke sowie gemusterte Strümpfe. Ja, das liebe ich an Italien! 

Und natürlich das Essen! Kleine gefüllte Brote (ha fast wie meine Stullen 🙂 Pizza und Pasta zu Maroni und Nougat wohin der Blick auch schweift. Ich gehe den Weg bis zur Piazza della Repubblica zu Fuß. Ja, das ist weit, aber egal. Ich hab doch Zeit und so komme ich zu Straßen und Ecken, die sehr intern sind. Hier leben die alten Leute neben den Familien und ist findet deren Leben statt. Das mag ich. 

Nach gut vierzig Minuten bin ich am Ziel: Der größte Markt Europas. Jaja, das steht so in den Reiseführern. Könnte aber echt sein. Eijeiei! Ich staun! Hier lebt die Terra Madra. Es gibt ALLES. Bauernmarkt, frisches Fleisch, geräucherte Würste und Käse satt. Brot, Kuchen, Schuhe und wie überall auf der Welt: Schlüpper – nein keine Pornofotos von Unterhosen und so Zeug.

Kunterbunt, laut und wie auf einem
Rummelplatz geht es hier zu.

 „Un mare di culture“ nennen die 
Turiner diesen Markt. Das stimmt wohl
auch, denn die Sprachen die ich hier höre sind Kauderwelsch und Dialekt.
Italienisch? Vielleicht, aber nicht aus meinem Sprachkurs. Na is so!

Dafür gibt es Fleisch und Braten wie aus dem Lehrbuch! Der berühmte Braten „Brasato ai Baraola“ steht auf meiner Wunschliste ganz oben, direkt gefolgt von „Vitello Tonato“ und einer großen Käseplatte. Na, das klappt schon noch.

Ach jetzt möchte ich einkaufen und kochen. Kommt doch zum Essen zu mir! Sehr schade, dass ich keine Wohnung mieten konnte, dafür war ich wohl zu spät dran. Egal! Ich lauf jetzt mal weiter und „mach in Sachen andere Kultur.“ 

Als erstes gehe ich zur Piazza Reale. PUH, ich dachte es sei nicht so weit. Meine Füße streiken. Espresso, subito!  

Direkt um die Ecke gibt es die Touristeninformation und ich kaufe mir ein Ticket für die Stadt und die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich werde mit der Tram einmal kreuzundquer durch die Stadt fahren und einfach aussteigen, wenn ich Lust dazu habe. 

Die Piazza Vittorio Veneto ist mein neues Wohnzimmer. Hier beginnt der Tag und hier endet er auch meist. Jeweils mit einem heißen Schluck – Esprosso versteht sich.

Auf den Stufen der Kuppelkirche Gran Madre di Dio, die leider geschlossen ist, lässt es sich wundervoll über den Po schauen. Hinten im Bild rechts die großartige Mole Antonelliana. Die steht für Morgen auf meinem Wunschzettel.

Jetzt guck ich in die Alpen und lasse mich weiter durch die Stadt treiben, buon giorno a tutti!

          Katrine
Lihn
– mittendrin  im pulsierenden Centro

Ach ja und der Aufzug bei mir im Hotel ist so ein altehrwürdiger Herr mit historischen Türen und dem Duft der vergangenen Zeiten. 

Der Duft des Piemont zwischen Würsten und Weisheiten!

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