Die Harmonie der Speisen verleitet zur Gründung einer geheimen Zelle

Genuss Salon 13.12.2014 keine Kommentare

Genuss! Meine Lebenseinstellung und die Freude daran, Andere teilhaben zu lassen. Darum öffne ich meine Türen. Über den Genuss zu sprechen bedeutet für mich, den Speisen Aufmerksamkeit zu schenken.

Beim Tischgespräch im Potsdamer-Genuss-Salon treffen sich Genießer. Neugierige, weltoffene Menschen verschiedenster Herkunft. Eins haben Alle gemeinsam: sie möchten am Tisch sitzen und sich überraschen lassen.

Das adventliche Essen findet wie immer am Familientisch statt. Die Speisen kommen in Schüsseln, Schalen und Platten auf den Tisch. Die Suppe, heute eine goldene Brühe, wird in kleinen Töpfchen serviert. Daraus kann sie einfach getrunken werden. Die Portion ist fein und klein. Außerdem spart es den Löffel.

Gold und Silber! Die Farben der Herrlichkeit und für mich die Farben für die Weihnachtszeit. Mit wenig Wasser, Markknochen, Beinscheibe und Ochsenschwanz langsam gegart, hat die Suppe drei Tage immer und immer wieder leise vor sich hingekocht. Mit Zwiebeln, Sellerie, Möhre und Lorbeer. Intensiv schmeckt sie und ist ein guter Begleiter für die Vorspeisen.

Heute gibt es zum Kartoffelsalat, Lachs im Salatbett mit Grantapfel, Würstchen und Winter-Dinkel-Brioche. Ein paar salzige Blätterteigstücke hole ich heiß aus dem Ofen. Ach, die sind so herrlich zu meiner Orangen-Merrettich-Creme.

Nein, es ist kein Abend im Schlaraffenland, es ist ein Abend für Freunde des Genusses mit qualitativer Vielfalt! Mein Essen und seine Esser genießen mit Lust an der Ganzheit. 

Gespräche umflattern wie Motten das Licht. Herrlich mit Freunden und Fremden gemeinsam einen Nenner zu finden. „Erzähl doch bitte noch einmal die Geschichte der Frauen mit dem Fleisch ohne Sauce!“ prustend prosten sich die Gäste zu, die sozusagen zu ständigen Begleitern wurden.

„Ich habe es probiert. Und, es schmeckt wirklich sehr gut“ sagt leise lächelt eine Erstgästin. Ein unsagbar großartiges Lob! Hatte sie zuerst mit kräuselnder Nase und runzelnder Stirn wahrgenommen, dass ich ein gutes, glückliches mit Gemüse aufgezogenes Kaninchen serviere. Ja, Tiere sind Freunde, die für uns ihr Leben lassen. Das ist eine besondere Art der Einstellung und auch, gelebte Tradition.

Die Ricottacreme mit den abgezogenen Mandarinen und einem Hauch Tonkabohne gehört als kleine winterliche Beigabe zum Schokoladenstern.

„Der Kuchen ist leider keine Schönheit. Ich werde im nächsten Jahr einen Kurs bei einem Patissière machen.“ Die Gäste schauen mich mit fragenden Augen an. „So ein Quatsch!“ Kommt prompt die Antwort. „Er ist herrlich und so schön schokoladig locker. Lecker und total großartig.“ Ach, ich liebe meine Gäste!

Der Stern verleitet zu einer Diskussion über Schönheit und Vergänglichkeit. Die hohe Kunst der Individualität. Alle sind sich einig. „Lasst uns eine geheime Zelle gründen!“ Wie bitte? 

Die Quintessenz lautet: das Essen soll schmecken und von guter Herkunft sein. Gut aussehen, ja das soll es auch. Dennoch: der geheime Bund, die gewünschte Zelle, will den Kuchen genau so wie er ist. Punkt!

Gäste zu haben, heißt nicht nur Spaß zu haben, sondern auch und heute ganz besonders, gute Kritiker zu einen und sich der Herausforderung zu stellen, eine Gastgeberin mit Nehmerqualitäten zu werden. 

Vielen Dank an dieser Stelle an meine lieben Freunde, Saskia und Uli, die zweihundert Kilometer für diesen Abend fuhren.

Schöne Weihnachten und auf ein baldiges Wiedersehen. Vielleicht auf dem Hausboot? Das würde mir schon sehr gefallen!

            Katrine
Lihn – süsser
die Glocken nie klingen…

Das Rezept für die Brioche und die Orangencreme reiche ich in den nächsten Tagen nach; versprochen!

Die Harmonie der Speisen verleitet zur Gründung einer geheimen Zelle

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