Ein Stern geht auf: nun lebe gut!

Genuss Salon 11.12.2014 keine Kommentare

In der alten Sammlung von Kuchen, Weihnachtsbäckerei und allerlei wundervollen Genüssen entdecke ich heute einen Kuchen. Also, ein Rezept des Nusskuchens von Frau Olear. Sie war in meiner Kindheit die gute Seele unseres Hauses. Schmunzelnd blicke ich auf den butter-schokofleckigen Zettel und mir fallen sofort die Fernsehserien „Das Haus am Eaton Place“ und „Downtown Abbey“ ein. Die Köchinnen haben das Sagen. 

Nein, nein, so ist es bei uns nicht gewesen! Die gute Frau war nicht unsere Köchin, aber sie uns ab und an mit einem wundervollen Kuchen erfreut. Dieser Schokoladenkuchen kam hauptsächlich in der Weihnachtszeit auf den Tisch. Zuletzt buk ich ihn wohl 2002. Warum ich mich daran erinnere? Haha, weil sich alle Freunde in Osterode die Finger danach leckten und wir zum heißen Kaffee auch einen ordentlichen Cognac tranken. Gute Idee! Ach, ich habe gar keinen Cognac, na das lässt sich ändern.

Eins steht nach der heutigen Backerei alledings fest: ich brauche dringend einen Kurs als Patissière. Klar, Biskuitböden, keine Frage, ich kann das. Allerdings fehlt es dem Kuchen an etwas Eleganz. Ich sehe diese großartigen Torten und winzigen verzierten Gebäckstücke aus Frankreich vor mir. Hach, davon bin ich weit entfernt.

Nun gut, hier kommt mein Stern. Als erstes habe ich den Eischnee von sieben Eiweiss schön fest hochgeschlagen, mit einer Prise Salz versteht sich.

Ich finde es immer wieder toll! Wie herrlich wolkig der Schnee so wird.
Tja, er trägt seinen Namen eben 
absolut zu recht.

Den Teig aus sieben Eigelben, mit 200gr frisch gemahlenen Walnüssen und 200gr braunem Zucker plus 50gr Paniermehl, einem Tütchen Weinstein und einem Teelöffel Kaffeepulver rühre ich fünf Minuten schön schaumig-kleistig zusammen. Ja, das muss so.

Klassischerweise nehme ich hierfür immer meinen alten Mixer und nicht die Küchenmaschine. 

Unter diese klebrige Masse hebe ich mit aller gebotenen Sorgfalt den Eischnee.

Der Stern wird bis in alle Ecken und Kanten gebuttert.

Ich gebe dann noch etwas Grieß in die Form, so dass der fertig gebackene
Freund auch gut aus der Form kommt und dabei seine eigene behält. Die Form, ist klar. Ach, ich bin doch etwas nervös.

Abwarten und einen Tee trinken.

Hoho – Überraschung!
Der sieht wirklich gut aus. Alles ist so wie ich es mir wünsche. Spitze Ecken, keine Löcher. 

Soweit so gut. Bisher ist das für mich einfach. Doch jetzt kommt die Glasur.

Sehr wahrscheinlich, hätte ich so wie früher eine Buttercreme schlagen sollen. Das wollte ich heute nicht und das Ergebnis. Hüstel, es lässt etwas zu wünschen übrig!

Ordentlich halbiert liegt der duftende
Nusskuchen vor mir. 

Die Füllung aus 200gr geschmolzener Schokolade, 200gr Nougat und 100ml Sahne ist schön streichfähig. 

Keine Reklamation; alles gut!

Für die Außenhülle habe ich schwarze Schokolade im Wasserbad aufgeschlagen. Der Stern ist umhüllt und bekommt einige Späne von weißer Schokolade.

Bis morgen kann er nun durchziehen und alles wird hoffentlich fest. Nicht zu sehr, denn ich wünsche mir einen cremigen Überzug.

So ganz zufrieden bin ich nicht. Nein! Er schmeckt, das steht außer Frage. Doch der aufgehende Stern sollte eine kleine Augenweide werden. Grummel….

        Katrine
Lihn
– wie gut, dass Schokolade glücklich macht…

….ich werd mal bei der Bäckerinnung fragen, wann ich mich zu einem Kurs anmelden kann. Dann wird es nächstes Jahr Weihnachten nur so von Sternen glitzern, versprochen!

Ein Stern geht auf: nun lebe gut!

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