Eine Frage der Ehre? Bitte nur keine feuchten Küsse!

Genuss Salon 02.12.2014 keine Kommentare

Wer kann sagen, was richtig und was falsch ist? Wer entscheidet das? Wie eng hängen Moral und Tradition zusammen? 

Wenn wir uns einig sind, ist es leicht zu sagen: das ist gut! Ich habe es sehr gern, wenn mir die Tür aufgehalten wird. Das ist für mich eigentlich keine Frage, sondern selbstverständlich. Ebenfalls, dass mir ein Mann in die Jacke hilft und Blumen zum Geburtstag schenkt. Daran finde ich Gefallen! Trotzdem bin und bleibe ich eine emanzipierte selbständige Frau oder bin ich es gerade deshalb?

Gern lasse ich mir auch von einer jüngeren Dame den Mantel reichen, so wie ich ohne nachzudenken meiner Mutter, einer Tante oder einem älteren Fremden in den selben helfe.


Gibt es heute noch einen Kodex? 
Lex Naturalis werden die Thesen von Thomas von Aquin genannt: die natürlichen Sittengesetze. Sei hilfreich und gut. 

Hört sich altertümlich an, macht für mich jedoch Sinn. Es schadet nicht, hilfreich zu sein: jede gute Tat „tut“ mir selbst gut. Ich fühle das so.

Ein Lächeln öffnet viele Türen und Höflichkeit ist für mich eher das Gegenteil von Spießigkeit!

Beim Essen eine Serviette zu benutzen ist ziemlich aus der Mode gekommen. 
Gehört für mich zum täglichen Leben.

Ob Jemand jedoch seine Kartoffeln mit dem Messer schneidet oder nicht, ist mir ehrlich gesagt total egal!

Aber bitte schön, wer fällt das Urteil?
Richtig oder falsch? Vielleicht ist die Frage auch eher: angemessen oder nicht?

Mir gefällt es außerordentlich ein wundervolles Bad zu betreten. Es duftet herrlich nach Seife und die kleinen weißen Händehandtücher sind angenehm flauschig. Übertrieben? Das liegt im Auge des Betrachters.

Für mich fühlt es sich immer stärker so an, dass die guten Sitten mit moralinsaurer Miene und Tante Käthes feuchten Küssen vermischt werden. Manch Gutes aus der Vergangenheit ist verloren gegangen. Woran liegt’s?

Trägt die Globalisierung die Schuld? Sind diese Veränderungen der Neuzeit geschuldet? Ist es eine Frage von Schuld? Für mich lautet die Antwort klar und deutlich: JA! Doch wer der Verursacher ist, ja, das wüsste ich auch gern!  

Mitten in der Adventszeit steht mir der Sinn nach Versöhnung und Gemeinsamkeit! Selbst im Zeitalter von Smartphone und Big Data, oder gerade deshalb, ist ein freundliches Wort, eine liebevolle Geste ein Anfang zur Besinnung. Bei mir dreht sich jetzt in der glitzernden Welt alles um das 

Miteinander. Um Fürsorge und mit Liebe gebackenes Zuckerzeug. Darf ich bitten? Zum Tee und zum vielversprechenden Gespräch. 

                Katrine
Lihn – die Tradition sitzt mit am Tisch

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, das sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Kant)

Eine Frage der Ehre? Bitte nur keine feuchten Küsse!

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