Frisch aus der Decke geschlagen: ein Stück Tradition!

Genuss Salon 22.11.2014 keine Kommentare

Aus der Natur in den Ofen oder wie ich sonst zu sagen pflege: vom Feld auf den Teller. Vor der Flinte stand der Hirsch. Bitte, ich höre sie schon wieder rufen die meist noch sehr jungen Leute: Tiermöderin! Ja, ist doch gut. Nicht aufregen. Hört doch mal zu. Das zumindest tut nicht weh. Also:

Als ich zwanzig Jahre jung war, das ist schon einen Moment her, ich erinnere mich tatsächlich sehr gut; also damals habe ich kein Fleisch gegessen. Ha, so! Nu isses raus. Meinen Vater und seine Freunde, die zum jagen gingen habe ich dafür verabscheut! Was wahr ist, soll auch wahr bleiben. Ich mochte den Geruch von Gebratenem plötzlich nicht mehr – von jetzt auf gleich. Basta!

Heute bin ich dreiundfünfzig und esse Fleisch, wenn ich weiß woher es kommt. Meist! Ausnahmen gibt es immer. Wenn mir eine Freundin eine Wurststulle anbietet, dann frage ich nicht, wo sie einkauft. NEIN, denn ich weiß womit sie ihren Kühlschrank füllt und selbst wenn ich es nicht wüsste würde ich die angebotene Speise nicht ablehnen. Manchmal geht mir dieses ganze Gerede und Gemache um das Essen, seine Herkunft und der komplette Lebensmittellaberrharbarbbbaaa auf den Geist.

Fleisch ist ein Teil unserer Kultur. Wie überhaupt das Essen ein Teil unseres Lebens ist. Ernährung ist nicht immer Genuss und es gibt Zeitgenossen, denen ist es nicht wichtig was sie essen. Na dann eben nicht! Nein, es mir nicht plötzlich wirklich egal, aber ich möchte mein Essen, meine Speisen so wählen wir es für mich richtig ist. Nicht mehr und auch nicht weniger. Und so wünsche ich mir Respekt wenn es um den Verzehr aller Produkte geht.

Heute geht es um die gute Tradition des Wildessen. Jagd- und Tiermalereien sind aus der Mode gekommen, stimmt. Dennoch gibt es immer noch viele Familien, die in den Wintermonaten gern Rehkeulen, Hirschbraten und Wildschweinbuletten essen. Fein! Ich liebe diese üppig gedeckten Tafeln mit großen Weingläsern, und Schalen voller heißer Köstlichkeiten!

Beste Zutaten kommen in meinen Bräter. Gemeinsam mit Möhren, Lauch, Zwiebeln, Wacholder und Sellerie schmoren die Fleischstücke im Ofen.

Dazu gibt es wahlweise Kartoffel-stampf, -klöße oder kleine -plätzchen. Neben Rosenkohl und Rotkraut reiche ich Rubinettencreme und Pinovascheiben dazu. Ein Festschmaus! Dazu gibt es einen ordentlichen Rotwein und zum Dessert einen frisch gekochten Schokoladenpudding.

Den Hirsch hat ein befreundeter Jäger erlegt und ihn aus der Decke geschlagen. Das ist eine gute Sitte und ich sage vielen Dank für dieses wundervolle Fleisch. Waidmannsdank an Tier und Jäger!

                   Katrine
Lihn – so
schmeckt mir der Winter

…ach ja und aus der Decke geschlagen meint, die Decke also das Fell abzuziehen. Eine Ehrerbietung für das eben erlegte Wildtier – halali! 

Frisch aus der Decke geschlagen: ein Stück Tradition!

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