Heimat, alte Böcke und viele Fragen. Ach? Ja und keine Antworten. Dafür viel Landschaft!

Genuss Salon 25.06.2014 keine Kommentare

In Niedersachsen essen die Menschen viel Fleisch! Wer sagt das? Ich weiß es nicht und doch höre ich das immer wieder, wenn ich sage, dass ich meine Kindheit am Fuße des Harzes verbrachte. Tja und wer definiert viel und oder wenig? Ich sag mal so: „Ich esse gern Fleisch, wenn ich weiß woher es kommt. Ich esse gern Fleisch, wenn es auch nach Fleisch schmeckt!“ Und noch einen Satz zum Genuss toter Lebewesen: „Ich appelliere für den Sonntagsbraten!“

So, haben wir das geklärt. Gut!

In den vergangenen Wochen und Monaten umtreiben mich immer wieder die selben Gedanken. Auf meinen Streifzügen durch das Land, lerne ich nicht nur die Gegenden und die Menschen kennen, nein! Ich lerne auch viel über mich.

Wie schmeckt Heimat? Wo steckt sie eigentlich? Die Heimat? Wer hat sie gefunden und wer definiert das für sich. PUH! Ja, genau. Fragen und immer wieder neue Idee. 

Heute mache ich einen Ausflug zum Elm und besuche meine Freundin Saskia. Sie und ihr Mann leben ein Leben auf dem Land und arbeiten in der Stadt. Das ist meine Idee von Gummistiefel und Lackschuh. Ein Leben mit vielen Facetten plus Eigenversorgerprinzip. Gemüse, Eier, Obst und Salat und mehr. Gemüse und Tiere leben mit den Menschen und umgekehrt. 

Der Hahn hört auf den Namen Ernst-August, seine Frauen haben keinen Namen. Ich schmunzel ziemlich als wir durch den Garten schlendern. Jedes Jahr wenn ich hier in der Idylle stehe, denke ich: „ach ja das hättest Du auch gern.“ Es ist und bleibt ein Traum für mich! Erstmal! Ja, ich arbeite dran, an meinen Versionen Land und Stadt. Auch an meinen Visionen, nee ist klar!

Ja, aber mal ehrlich. In den frühen 1980ziger Jahren lebte ich, wenn auch nur für knappe drei Monate, in einem kleinen Dorf mit Ziegen, Schafen, Enten, Bienen und so weiter und so fort. Das Land hat mich immer gereizt, vielleicht auch in einer Art emotionaler Verklärung. Nun arbeite ich regelmäßig im Land Brandenburg und bin schon sehr gespannt, was in den nächsten Monaten noch alles passiert. Die Verbindung zwischen den Erzeugern und Verbrauchern herzustellen, sehe ich schon als eine große Aufgabe an. 

Heute drehe ich nun meine Runde über den Elm und fahre dann über Land zum Fuße des Harzes. Ja in meine „alte“ Heimat. Oder ist Heimat immer das was es war? Gibt es neue und alten Heimaten? Bisher konnte mir das niemand beantworten. Vielleicht sollte ich nach einem Historiker suchen? Einem der das Thema erforscht hat. Ja, vielleicht.

Wundervoll sind diese Stunden auf dem Land. Alleen säumen meinen Weg. Kleine Straßen führen durch noch kleinere Ortschaften.

So ein Hof? Mit viel Charme und noch viel mehr Arbeit… 

…hahaha, da lacht selbst der alte Bock! Über wen bloß? Na, ist gut jetzt.

Zum guten Schluss vom Land in die Küche mit einem Gelee aus Erdbeeren. Denn, das schmeckt so herrlich zu Ziegen- und Lammfleisch. Ich koche die Erdbeeren immer in einem weiten Topf und lasse sie richtig aufkochen und aufschäumen. Dann stelle ich die Masse in den Kühlschrank, über Nacht oder wenigstens 10 Stunden. Noch einmal koche ich das rote Gut auf und gebe dann aus der Hand Zucker dazu. Also, ohne ihn abzuwiegen. Noch mal aufkochen und pürieren. Dann ab damit in ein was-auch-immer-Glas. 

Herrlich mit grünem Pfeffer, wunderbar so pur und ganz schmatzend zu Ziegenfrischkäse. Na dann mal beste Landfrauengrüße,

                      Katrine
Lihn – grad im „Landmodus“

Heimat, alte Böcke und viele Fragen. Ach? Ja und keine Antworten. Dafür viel Landschaft!

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