Sag niemals nie! Doch; heute muss es sein; denn so ein Lachs lag noch NIEMALS auf meiner Zunge!

Genuss Salon 29.08.2014 keine Kommentare

Mich bringt Niemand so schnell um den Verstand. Wahrlich nicht! Mich bringt auch Niemand so schnell zum Schwärmen. Okay, das war 1984 noch anders. Da sah ich ihn, diesen fabelhaften, immer unglaublich aussehenden sexiest mein Name ist Bond, James Bond. Ach, ich liebe Sean Connery in dieser Rolle. Allein der Titelsong: „Never say never again“ macht mich immer noch an. Die Filmszenen wie immer erstklassig und der gute Sean bringt mich in seinem Smoking fast an den Schmelzpunkt. Ah, dahin darf in diesem Streifen die wunderbare Kim Basinger, seufz!

Ja, ja ist schon gut. Was hat das nun mit diesem Freitag zu tun? Gibt es heute vielleicht eine James Bond Nacht oder so was in der Art? Nein! Aber, das Lied habe ich auf den Lippen seit ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal beim Fischer Weber in Potsdam diesen kaltgeräucherten Lachs kaufte. 

Warum? Na, warum, warum? Weil dieser Lachs so anders schmeckt! So wunderbar, so sanft und doch so nach Lachs. Ich habe in meinem Leben schon viel Lachs gegessen: perfekten rohen, graved mit Wacholder und Kräutern, gekochten, gebeizten und natürlich immer und immer wieder Räucherlachs. Verschiedene Qualitäten, von ohja der schmeckt mir gut, bis achherje was bitte ist denn das da Orangenes auf meinem Teller undsoweiterundsofort. 

Doch dieser hier…

…der ist umwerfend, unschlagbar und auf der Zunge einfach der absolute Lachshit. Meine neue Nummer EINS. 

Herr Weber hat mir natürlich nicht seinen Geschmackstrick verraten, niemals! Aber mit seiner eigenen Leidenschaft erklärte er, dass es wichtig ist das gute Produkt Fisch zu salzen und sich Zeit zu nehmen. Denn mit dem Salz wird dem Lachs Feuchtigkeit entzogen und dann – wie viele Tage später? Genau Fragezeichen, sagt er nicht. Also dann kommt der Fisch in den kalten Rauch, maximale Temperatur zwischen 25 und 30 Grad. So bleibt das Eiweiß stabil und der Lachs „eigentlich“ roh! Keine weiteren Zutaten? Nein und noch Mal zum Mitschreiben: NEIN!

Mit einem glücklichen Blick über die Havel trage ich meinen Fang nun nach Hause und schiebe mir unversehens direkt eine kleines Scheibchen in den Mund. Wirklich! Nur ein kleines. Servieren werde ich diese Kostbarkeit so pur wie möglich: also mit gedämpften blauen Schweden, etwas geklärter Butter und einer leichtem Apfel-Meerrettich-Creme*.

Sag niemals nie… never say never again. Dieser Ohrwurm nervt mich nun doch ein klitzkleines bisschen und bis es vielleicht irgendwann einmal – in Skandinavien könnte das eventuell passieren – ein ebensolcher Geschmack auf meiner Zunge landet, also bis in diese möglichen Lichtjahre später, muss ich das Lied auf jeden Fall wieder loswerden. Bitte!

Lied hin oder her, nun freu ich mich auf das Essen, hmmm! 

Beste Freitags-Fisch-Grüße und wer probieren möchte meldet sich einfach bei mir und dann gehen wir mal zusammen zum Fischer. Das ist ein tolles Erlebnis!

Also – schönen FREItag wünscht, 

                   Lihn
– Katrine Lihn

   
* für den Apfel-Meerrettich-Creme nehme ich am liebsten Gravensteiner Äpfel, die sind ein bisschen säuerlich und passen toll zum frischen Meerrettich. Den Apfel schälen, klein schneiden in Walnussöl anschmurgeln, ACHTUNG nicht braun werden lassen. Wer es gern etwas flüssiger mag, gibt einen Schuss Apfelsaft dazu. Mit braunem Zucker abschmecken und erkalten lassen. Den Meerrettich schälen und fein raspeln, unter die Apfelmasse heben. Mit einem Esslöffel Creme fraiche aufschlagen und nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Der Apfel-Meerrettich-Geschmack soll im Vordergrund stehen, sparsam würzen! 

Sag niemals nie! Doch; heute muss es sein; denn so ein Lachs lag noch NIEMALS auf meiner Zunge!

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