Viva Espania, so schmecken die Tapas!

Genuss Salon 29.04.2014 3 Kommentare
Manchmal
sind es die Träume, die mich leiten. Der Wunsch nach einer Reise. Die
Idee nach einem neuen Gericht. Der Duft des Südens, das Rauschen des
Meeres und die verkrusteten salzigen Lippen geben heute den Impuls. In
meinen Gedanken sitze ich auf dem Rücken eines rassigen Pferdes. Es
hört auf den wunderschönen Namen Evita. Wir galoppieren am Strand.
Der Wind ruft uns zu: Seid frei und glücklich! Das warme Wasser des
Golf von Cádiz spritzt an meinen Schenkeln hoch. Ross und Reiter
sind eins. Wir leben den Ritt. Wir spüren die Gemeinsamkeit im
Galopp. Nun traben wir am Strand entlang. Die Gangart wechselt.
Langsam ist der Schritt des Pferdes, fest setzt die Stute die Hufe in
den Sand. Sicher und elegant. Stolz halten wir beide die Köpfe gen
Himmel. Seht her, wie schön wir sind. Passen wir nicht wunderbar zu
einander? Die helle Mähnde des Pferdes glitzert silbern im
Sonnenlicht. Die Weite des Landes inspiriert mich zu einer regionalen
Tortilla. Diese kleinen spanischen Genüsse, mit Saucen und Oliven
liebe ich seit meinem ersten Urlaub auf dem spanischen Festland. Es
war im Dorf Ronda Mitten in Andalusien. Ich erinnere mich an riesige
Schinken und steile Schluchten. Dieser Eindruck prägt mich bis
heute. Spanien. Viva!
Um
das Fernweh zu stillen lege ich meine Sprach-DVD ein. Aus dem
Lautsprecher tönt die Stimme und ich fange leise an, mit zu
sprechen: Que tal – wie geht es Dir?
Ach,
ich könnte mir mal wieder einen intensiven Kurs gönnen. Kulinarische
Geschenke für die Freunde Spaniens

und dazu einen kleinen Kurzurlaub.
Während
ich so vor mich hin spreche und meine Spanischkenntnisse zurecht
lege, haben meine Hände automatisch angefangen Kartoffeln zu
schälen. Hach! Das ist so typisch für mich. Der Genuss ist der
zentrale Punkt meines Lebens.
Bien
– gut. Mal sehen was ich dazu im Kühlschrank finde. Vale! Das
bedeutet auch <gut>. Umgangssprachlich wird es wie ein Füllwort
benutzt. Vale! Vale! Gut, gut. Ja, ja. Okay, okay. Das mag ich sehr.
Also. Vale! Ich mache ein paar Tortillas. So kleine, zum direkt in
den Mundstecken und dazu ein frisches grünes Pesto. Bien!
Für
12 kleine Silikonförmchen sind folgende Zutaten möglich:
4
mittelgroße ungeschälte Kartoffen, 1 dicker Kohlrabi, 2-3 Stangen
Spargel, 6 getrockente Tomaten, 12 Spargelspitzen, 200gr Schafskäse,
4 Eier, 100gr Schlagsahne, 2 Teelöffel Minzöl, Salz und Pfeffer
nach Geschmack.
Statt
Kohlrabi sind auch Möhren möglich und wer keine getrockneten
Tomaten mag, lässt sie einfach weg. Die klassische Tortilla wird aus
Kartoffeln und Schinken mit Eiern und Sahne gerührt. Bei meinem
Rezept handelt es sich um einen regionalen Frühlingsgruß.
Den
Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
Die
Spargelspitzen zur Seite legen. Die Gemüsesorten schälen, waschen
und in kleine Würfel schneiden. In einem Topf mit Wasser aufsetzen,
zum Kochen bringen und die Gemüse gut zehn Minuten köcheln lassen.
Abgießen
und etwas abkühlen lassen. Die Gemüsewürfel in eine Schüssel
geben und den Schafskäse unterheben. Die Sahne mit den Eiern und dem
Minzöl mit den Mixern oder in der Küchenmaschine zu einer
schmaumigen Eiersahne aufschlagen.
Die
Silikonförmchen mit der Gemüsemasse befüllen. Bis kurz vor dem
Rand. Mit einem Teelöffel oder den Fingern andrücken.
Jeweils
in die Mitte der Förmchen eine Spargelspitze stecken. Die Eiersahne
mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Gemüsemasse gießen.
Die Formen in den Ofen stellen und 15 Minuten backen, dann evt. mit
Alufolie abdecken, damit die Spargelspitzen nicht zu dunkel werden.
Weitere 15 Minuten backen, bis die Masse fest geworden ist.
In
dieser Zeit ein Bund Petersilie und ein halbes Bund Salbei waschen,
trocknen und im Blitzhacker zerkleinern. Herausnehmen. Zwei Esslöffel
Nusskerne fein mahlen und ebenfalls umfüllen. 50gr Manchego
(spanischer Hartkäse) ebenfalls reiben lassen. Diese Zutaten dann in
einen Mixbecher geben und mit 125gr Olivenöl vermischen. Fertig ist
das Pesto. Wer mag, würzt es mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer
Zitronensaft.
Die
fertig gebackenen Mini-Tortillas auf einem Teller anrichten und das
Pesto dazu reichen. Ein feiner kleiner Genuss, der prima als
Vorspeise schmeckt.
Wer
experimentieren möchte, legt die Tortillas auf ein Blatt Alufolie
auf den Grill. Originell ist es auf einem Bananenblatt, ob sich das
allerdings in die Tat umsetzen läßt? Wer das schafft bekommt von
mir ein Fläschen Minzöl. Dazu bitte ein Foto an mich senden. Ich
bin gespannt. Nun heißt es erstmal:
Bon
Appetito y aqui tiene (bitte schön, beim Überreichen von Speisen)!

             Ihre
Katrine Lihn – Die GenussTrainerin®

Viva Espania, so schmecken die Tapas!

3 thoughts on “Viva Espania, so schmecken die Tapas!

  • 29. April 2014 at 9:32
    Permalink

    ¡Que amable! Muchas Gracias. 🙂

    Ich habe mich bisher nur an der klassischen Variante aus der Pfanne probiert – und an jenen kleinen Krabbenküchlein, die ich bisher nur rund um Cadiz gefunden habe (Tortillas de Camarones) – aber die Idee, das frühlingshaft mit Spargel zu kombinieren und zu backen, gefällt mir sehr gut.

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.