Von der Prinzessin zur Kaiserin? Ja, im Crocodile mit Sternenglanz!

Genuss Salon 29.11.2014 keine Kommentare

„Es war einmal…“ so beginnen sie, die Märchen. Meine Dornröschen-Verliebtheit ist ja bekannt und auch meine Leidenschaft für das Rotkäppchen findet sich sowohl in meinen Texten als auch in meinen Menüs immer wieder. 

So ist es nicht verwunderlich, dass ich mich heute wie eine Prinzessin fühle, die aus einem Wasserturm gerettet wurde. Oder von woher auch immer. „Wir machen heute den versprochenen Ausflug und zum Abend gehen wir aus.“ Jacques lächelt verschmitzt. Hm? Ich habe so eine Ahnung, wechselt er doch bevor wir gehen Jeans gegen Tuchhose und nimmt statt Pullover die Kaschmirjacke. 

Strasbourg funkelt uns entgegen. Es ist gut, dass ich die Perlenkette umlege und das kleine feine graue Kleid im Koffer habe. Fast Nichts ist schlimmer als „falsch“ angezogen zu sein. Na ja, fast. Sage ich doch 🙂

Wir schlendern durch die pickepacke vollen Straßen. Schade, dass so viele Menschen in der Stadt sind. Früher war der Dezember die verlorenste und umsatzärmste Zeit Strasbourgs. Heute gibt es keinen Monat, der mehr Menschen und Kundschaft anzieht. So ändern sich die Zeiten.

Unser Weg führt uns in eine kleine Galerie. Madame Pascale Froessel, die Inhaberin, ist eine Freundin der Familie Riedinger-Balzer. Ach und wie herrlich sind die Arbeiten von Bernhard Buffet.

„Ah, vous parlez francais!“ strahlt sie mich an. „Oh no Madame, seulement un petit peut.“ Mit ein paar kleinen Worten sind wir uns einig, die Kunst ist ein Teil des Lebens. Vielen Dank auf diesem Wege für den Katalog von Monsieur Buffet, die Abbildungen sind so großartig, das ich sicher eine davon einrahmen werde. Welch schöne Erinnerung!

Unterwegs durch die Stadt nehmen wir noch einen Tee. Nun ist es Zeit für ein kleines Abendessen. Als wir in die Rue de l’Outre einbiegen wird meine Ahnung zur Gewissheit. „Du hast einen Tisch im Crocodile bestellt!“ 

Es gibt kaum ein individuelleres Lokal als dieses. Es ist fein und doch nicht steif. Ein Herzenswunsch geht in Erfüllung. Das ist der Abend einer Königin! 

Erlesene Speisen und immer und immer wieder kommt ein kleiner Gruß aus der Küche. <Leben wie Gott in Frankreich> heute spüre ich woher dieser Satz stammt. 

Rosé Champagner wird wohl schon zur Gewohnheit? Oh nein, niemals! Diese prickelnde Köstlichkeit ist immer eine ganz große Besonderheit. Heute ist sie unserer zwanzigjährigen Freundschaft geschuldet. La vie est belle!

Zum Espresso schiebt die junge Kellnerin einen Süßigkeitenwagen an unseren Tisch. Niemals zuvor – ich schwöre – habe ich derartiges gesehen. „Madame, bitte suchen Sie sich etwas aus.“ Artig nehme ich einen kleinen Trüffel. „Bitte, nehmen Sie noch ein Schokoladenherz für zuhause.“ Süßer die Glocken nie klingen…

…sagte ich Königin? Pa, dies ist der perfekte Abend einer Kaiserin! Ich bin in den vergangenen vierzig Jahren in vielen feinen Häusern gewesen, wurde von Sterneköchen bekocht und hab schon manche ausgefallene Köstlichkeit auf meiner Zunge gehabt, aber dieser Abend ist großartig, unbeschreiblich und natürlich: unvergesslich!!

                      Katrine
Lihn
– avec la vie en rose

Von der Prinzessin zur Kaiserin? Ja, im Crocodile mit Sternenglanz!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert