Wenn die Chefin den Tisch deckt oder Weihnachtsfeier mit Kocheinlage

Genuss Salon 19.12.2014 keine Kommentare

Eine kleine Weihnachtsfeier wünschen sich die Frauen aus dem Business-Center. „Mal etwas Anderes“ heißt der Wunsch. Keine Küchenparty, aber auch kein „nur“ Essen. Wir wollen mitmachen und auch gern ein Tipps mit nach Hause nehmen. Na das organisiere ich sehr gern für Euch!

Und denke mir einen Abend aus. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Zeit zum Plaudern, ein bisschen schneiden und kochen in der Küche. Fünf Frauen und ein Hahn im Korb. Kein Wichteln, keine Spiele. Gute Gespräche, Inspiration und Genuss durch Regionalität. Qualität steht an erster Stelle. „Und wir möchten gern was lernen.“

Kleinigkeiten stehen auf der Wunschliste. Ein bunter Wintersalat, ein Süppchen und Steaks. Ach, das ist ungewöhnlich. Frauen, die sich Steaks wünschen? Das kenne ich sonst eher von männlichen Steakerrunden. 

Beim ersten Schlücken Crèmant erkläre ich den Ablauf des Abends. Jeder hat eine eigene Aufgabe. Der Tisch ist zu decken. Wie passend ist eine der Damen gelernte Hotelkauffrau, da kann ja Nichts schief gehen. Ha, weit gefehlt. Nicht der Gastroprofi macht’s, oh nein: Die Chefin übernimmt selbst. Das finde ich wirklich grandios!

Sie leben die Gemeinschaft in ihrem Büro während des ganzes Jahres und nun werden ebenfalls die Aufgaben verteilt. Auch wenn Weihnachten vor der Tür steht, da gibt es kein Vertun. Jede macht sich an kleinen Arbeitsinseln nützlich und der Herr, der kennt sich auch aus mit Küchenarbeiten. Wundervoll diese Gruppe! Auf Los geht’s an Messer und Töpfe.

Möhren und Ingwer schälen und die Suppe vorbereiten. Rosenkohl putzen. Zwei Äpfel entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Blauen Schweden waschen und aufsetzen. Zwei dicke Rote Braunschweiger (das sind Zwiebeln) pellen und in dünne Scheiben säbeln. Der tapfere Herr macht das gern für die Damen. Als ich den Meerrettich reibe, sind alle froh. Hach, doch der Herr ist ein Gentleman und übernimmt. Vielen Dank. 

Das Süppchen köchelt und wir bereiten gemeinsam den Salat zu. Die Weihnachtsgesellschaft ist überrascht. So einfach geht das? Und mit den Mandarinen, Äpfeln und der Kiwi ist das ja toll bunt. Herrlich wie der Teller leuchtet.

Eine leicht Sauce aus Buttermilch, dem tränenreichen Meerrettich, etwas Honig, Salz und grobem Pfeffer wird mit dem Stabmixer aufgeschlagen und kommt in eine Kanne. So bleibt der Salat schön frisch und knackig.

Nun steht noch die Prüfung an. Wie ist der Tisch geworden? Stimmen die Abmessungen vom Besteck zur Tischkante? Und wohin sollen bitte schön die Getränke? Die Kerzen leuchten, der Tafel wie im Restaurant. Da hat die Chefin gute und ganze Arbeit geleistet. Daran hat keiner von uns gezweifelt!

Zum Steak gehört auch eine schöne Butter. Kräuterbutter? Im Winter? Och nö. Eine Aladinbutter mit Datteln und Nüssen? Abgelehnt. Eine peppige frische Variante, die den Meerrettich aufgreift und doch Frucht hat. Die ist schnell gemischt. Ein Stück Butter, eine halbe Mango, eine Esslöffel Meerrettich und etwas Salz. Schon fertig? Na, ist doch wirklich einfach!

Während der Wintersalat schmeckt und die Gespräche immer munterer werden, schiebe ich die Blauen Schweden mit gehobeltem Bergkäse in den Ofen und mache die Pfanne klar für die Steaks.

Zweierlei Sorten stehen zur Auswahl. Einmal schöne dicke Scheiben Rumpsteak und noch ein paar kleine Rinderfilets. Leuchtende Äugelein und lachende Münder sind meine besten Gäste. Was für eine Freude! 

Der Rosenkohl kommt mit getrockneten Pflaumen und gedünsteten Apfelringen in eine Schüssel. Der Genuss sitzt am Tisch und es ist plötzlich ganz still. Sechs Menschen schauen auf ihre Teller und essen voller Andacht und blicken mich dann strahlend an. Die Gläser werden gehoben, der samtige Rotwein leuchtet im Schein der roten Kerzen. Prosit und schöne Weihnachten.

Das Experiment ist gelungen. Der Herr schaut mich an und lächelt. „Sie bringen hier ein wirkliches hohes Niveau aus der Küche! Ein gelungener Abend, haben Sie herzlichen Dank.“ Ach, das macht mich sehr glücklich und stimmt ein auf die oh du fröhliche Weihnachtszeit.

Genuss mit all seinen Facetten. Die Teller sind leer, die Schüsseln fast und die Herrschaften reden gern über Essen und das Leben und die Einkäufe. Ich philosophiere noch ein wenig über das Land und die Ursprünglichkeit des Mahls.

Frohe Stunden gehen zu Ende und ebensolche wünsche ich für die Festtage!

      Katrine
Lihn – herrlich
wenn Essen so glücklich macht!

Wenn die Chefin den Tisch deckt oder Weihnachtsfeier mit Kocheinlage

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