Wir sind alle kleine Sünderlein! Einmal über die Stränge schlagen, auja!

Genuss Salon 25.07.2014 keine Kommentare

Manchmal muss es einfach eklig sein! Wie bitte? Na also, das kennt doch jedes Kind. Zuckerwatte bis einem schlecht wird. Backfisch auf dem Jahrmarkt. Oder nach einer durchzechten Nacht morgens Rühreier mit Käse und Ketchup. Nein? 

Doch! Denn; in meinem „langen“ Leben habe ich mir so Manches in den Mund geschoben. Okay, ich ass noch niemals einen Döner. Damit gehöre ich sicher einer Minderheit an. Ich mag auch keine Chips. Aber sonst? Wer wirft den ersten Stein?

Meine Patentante liebt diese fiesen weißen Gummimäuse. Also, na diese Dinger aus Zucker und was weiß ich, was da drin sein mag. Ich nehme sie zum Dekorieren, aber essen? Pfui Teufel! Ihr schmecken sie, na dann, immer rein damit.

Ehrlich, wie oft kommt das denn vor? Am Montag an meiner Tafel zum GenussSalon erzählt eine Gästin (ist das wahrlich das richtige Wort? Egal). Also diese Frau (hört sich ja auch bescheuert an), hmm. Ich hab mal schnell nachgeschlagen. Der Duden meint: Gästin – die weibliche Form von Gast. Na dann. Was ich eigentlich erzählen will: Sie berichtet von einer Dienstreise nach China und glibbrigen Speisen mit undefinierbaren Inhalten. „Da hast Du keine Chance, wenn Du eingeladen bist.“ Das ist dann wohl eher eine Frage der Kultur, oder? Ja, auf jeden Fall! Da sind wir uns einig. Schnell kommen wir auf Indianer Jones und das Essen mit den Affenhirnen und Augen. PUH! Also was wir essen ist ganz sicher eine Frage der Herkunft. Heimatessen. Knödel oder Spätzle? Genau! 

Nur weil ich es gern saisonal und regional mag, mache ich daraus keine Regel. Kann ich doch auch gar nicht. Wer bin ich? Also, jeder möge doch essen was er möchte. Und es ist doch ein Wahnsinn zu glauben, das die Supermärkte tausendfach Tütchen und Fertigmahlzeiten in den Regalen stehen haben, weil das keiner kauft. Ach?

Gestern beim Nachmittags Schwatz mit der Frau Nachbarin frage ich: „Wann hast Du das letzte Mal was richtig Fieses gegessen?“ Sie stutzt. Grinst und sagt lachend: „Na bei Dir! Diesen Kuchen mit dem dicken Guss.“ Ups. 

Haha, das liegt daran, dass ich oft sage: „Das schmeckt so fies. Das möchte keiner!“ Und damit meine ich dann, es ist so extrem gut, so lecker und wie so oft bei meinen Kreationen so cremig und entweder scharf oder wie mein Sommerkuchen 2014 süß und süchtig machend.

Nach dem Rezept haben mich alle Probierer gefragt. Okay, hier kommt es:

Für den Boden 200ml Zitronensaft mit 300gr Butter, 200gr Puderzucker und der Schale von 2 dicken Zitronen cremig aufschlagen. 6 Eier unterheben und dann 300gr Mehl plus 1 Tüte Weinstein schnell zu einem Teig aufschlagen. Der ist nicht zäh, sondern ziemlich geschmeidig.

Ein tiefes Backblech, auch Saftpfanne genannt, mit Butter gut einfetten. Darauf Grieß streuen. Nun den Teig darauf verstreichen. Nach Lust und Wetterlage ungefähr 150-200gr Obst in den Teig drücken. Ich nehme momentan Erd-Heidel-und-Himbeeren.

Bei 175 Grad Ober-und Unterhitze ca. 35 Minuten backen. Der Teig soll nicht zu dunkel aber fest werden.

500gr Schmand mit „Achtung“ einem Esslöffel Puddingpulver, 50gr Puderzucker, 2 Esslöffeln Zitronensaft und einem Ei verquirlen. 

Diese Masse auf den Teig streichen. Es macht gar nichts, wenn von der Masse was unter den Kuchen läuft. Jetzt weitere 200gr Beeren oder Obst nach Wahl auf den Kuchen legen.

Das Blech zurück in den Ofen schieben und in der Mitte gute 10 Minuten backen. Der Schmand muss fest werden.

Etwas abkühlen lassen. Der Kuchen soll nicht mehr heiß sein. Denn jetzt kommt der Guss: Sozusagen der letzte Kick des Kuchens!

300ml klaren Apfelsaft mit 100ml Zitronensaft in einen Kochtopf geben. 50gr Puderzucker dazu und einmal aufkochen. Gut verquirlen, es darf nicht klumpen. In einem Messbecher gebe ich nun 100ml Orangensaft mit dem Puddingpulver, also dem Rest aus der Tüte und verquirle es gut. Wichtig, denn das klumpt sonst. Diese Masse kommt in den heißen Saft. Unter ständigem Rühren aufkochen. Die Konsistenz wird dann, wen wundert es, puddingartig aber nicht so fest. 

Nun diesen Guss rasch auf den Kuchen gießen. Schön gleichmässig verteilen, damit das Obst komplett bedeckt ist. Sorgfältig arbeiten, denn diese Art Überzug wird sofort fest. Geschafft!

Die Idee zu diesem Kuchen stammt aus alten Kindertagen. Meine Großmutter hat immer sogenannte Rührkuchen mit Obst belegt und dann mit einem Guss versehen. 

Weil es so praktisch ist kaufe ich meinen Pudding gleich bei mir um die Ecke. Ja da bin ich absolut einer Meinung mit Willy Millowitsch. Der sang schon 1973 „Wir sind alle kleine Sünderlein. ’s war immer so.“ Herrlich! 

Guten Genuss und viel Freude beim Nachbacken vom Sommerkuchen!

                Katrine
Lihn – wirft sicher nicht den ersten Stein

Wir sind alle kleine Sünderlein! Einmal über die Stränge schlagen, auja!

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