Wo ist sie bloß hin, die Hausköchin?

Genuss Salon 24.11.2014 keine Kommentare

Die gute alte Zeit. Wo ist sie nur hin? Damals als es ganz normal war, dass die Köchin ins Haus kam. Zu allen Feierlichkeiten gab es in kleinen Orten und in allen Dörfern die Hausköchin. Sie war eine Institution, wie der Pfarrer oder die Bäckersfrau.

Lange her als die Frauen die Macht am Herd hatten und kochen zum guten Ton gehörte. Es gab so viel Wissen um die gute Suppe, das Rühren des Puddings und das Rupfen des Hühnchens.

Der gute Pudding beispielsweise wurde aus der Milch vom Bauern nebenan gekocht. Das ist wirklich einfach, doch heute kommt der Plastikbecher mit gelber – Verzeihung – Pampe auf den Tisch. Im Becher mit Plastiklöffel. Jaja, ist nicht schlimm, tut nicht weh und schmeckt den Mäulern. Wobei, es scheint zu schmecken. Getrau dem Motto: denn sie wissen es nicht besser.

Ich hab den Test gemacht, mehrfach. Milch und Sahne gekocht, Eigelb mit Stärke, Zucker und schöner brauner Vanille verrührt. Dazu einen Esslöffel Stärke gegeben und festen Eischnee untergehoben. Ach so einfach? Ha, genau!

Wer lieber einen Schokopudding möchte löst gute Schokolade in der Milchsahnemischung auf. Für vier Portionen nehme ich 100ml Sahne, 100ml Milch und 100ml Espresso. Dazu gibt es 100gr Schokolade und 3 Eier. 50-100gr braunen Zucker und einen Esslöffel Stärke. 

Das erscheint altmodisch und ist es auch. Kommt jedoch in mancher Küche schon wieder vor. 

Am Wochenende bin ich als Hausköchin in einem ganz normalen Potsdamer Haushalt gewesen. Die Hausherrin, ich nenn sie „Chefin“ wünscht sich ein Essen mit der Familie und Freunden. Nichts Großes, aber mal was Anderes.

Wir backen Brot, kochen aus der guten alten Apfelsorte „Rubinette“ eine feine Apfelcreme. Schnipseln aus Roter Bete Salat und machen auch noch einen Rote Bete Aufstrich. 

Ein kleiner Gruß aus der Küche: es gibt Lardo aus Norditalien, dazu beste Kräuterseitlinge und braune Kappen. Die wurden nur kurz in der Pfanne geschwenkt mit Walnussöl und einer gehackten roten Zwiebel. 

Der Lardo ist besonders fein und freut die Gäste. Mal eine andere Variante der Vorspeise.

Die Pilze sind so aromatisch, dass sie den Lardo feinst unterstützen. Es ist zu herrlich mal einen Geschmack auf der Zunge haben. Na? Was sagen denn die Gäste?

Sich eine Köchin ins Haus zu holen ist gar nicht so ungewöhnlich. Eine andere Art des heute so oft genutzten Catering. Eine besondere Weise des Essens auf Rädern. Naja, kleiner Scherz am Rande. Ausprobieren lohnt sich, versprochen!

Aus dem Ofen kommt ein mürber Dammwildbraten und dazu serviere ich den Herrschaften Kartoffelstampf aus Blauen Schweden, neben Rosenkohl und einer delikaten Sauce.

Und was es als Nachspeise gibt? Also, das ist doch wohl klar. Der Tradition verpflichtet gibt es Zweierlei vom Pudding. Hmmmm, das schmeckt herrlich nach Kindheit. Gut, kommt schon ein bisschen darauf an, wie jung die Genießer sind. Hier waren sich alle einig: ein bisschen so wie früher. Fein!

Die Hausköchin, in diesem Fall ich, räumt die Küche auf und anders als in früheren Zeiten, sitze ich auch mal bei den Gästen und nehme am Gespräch teil. Der Wunsch der Chefin. Sie tut sich ein kleines bisschen schwer, dass ich räume und putz. Madame, so haben wir das vereinbart; alles ist gut!

Der Abend geht dem Ende zu und der Hausherr sagt mit einem breitem Lächeln: „Also, wenn es zehn Punkte zu vergeben gibt, dann gebe ich heute Abend ELF.“ Huiii, da ist nun mein Grinsen besonders breit.

Danke schön – es war wundervoll. Interessante Gäste, großartige Gespräche und ich die Hausköchin mittendrin: TOLL!!

           Katrine
Lihn – von
wegen Heimchen am Herd 🙂

Wo ist sie bloß hin, die Hausköchin?

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