Die Weinbruderschaft trifft sich im Potsdamer-Genuss-Salon

Genuss Salon 11.01.2015 keine Kommentare

Zur kulturellen Verständigung und zur gemeinsamen Pflege der Tradition von Glas und Wein, Genuss und Verstand treffen sich Menschen verschiedenster Couleur. Zünfte, Gilden und Konvente gibt es mit vielen Überschriften – die historischen Bedeutungen, also die Tradition steht im Vordergrund und Bruderschaften haben keinen kommerziellen Charakter. Bei den Brüdern und Schwestern des Weins gibt es Unterteilungen in Freunde des Rot- und des Weißweins. Klar, Weingenuss eben! Allerdings gibt es hier bei den Potsdamer und Berliner Liebhabern der guten Getränke eine weitere „Unterabteilung“ für die Wurst. Als hätte ich’s geahnt…

Das ist großartig. Ich bin begeistert und fühle mich sehr geehrt, dass ein Ehepaar seine Gäste an meinen Tisch einlädt. Ein Mittagessen in meinem Salon. Wir sprechen das Menü ab und der passende Wein wird mir einen Tag vorher gebracht. Eine Idee, die sich hoffentlich weiter entwickelt…

Klassisch serviere ich den Lardo auf einem selbst gebackenem Brioche. Die Genießer kennen den gereiften Speck und er passt sehr gut zum prickelnden Rosé-Schaumwein.

Das Wesentliche des Mittagessens liegt im Wiedersehen der fröhlichen Runde und in der Einfachheit des Essens. Kein Schnickschnack – einfach guter Genuss!

Den Zander hat der Fischer Herr Weber für mich mal wieder aus der Havel gezogen. Dieses Mal waren die Wasserfreunde so groß, dass ich die Bestellung kurzfristig – als ich an seiner Verkaufstheke stand, änderte. Herzlichen Dank für das Entgegenkommen lieber Herr Weber. Doch drei Kilo pfannenfertiger Zander sind als Vorspeise zu üppig.

Ich habe die Filets in einer Möhren-Dill-Butter auf der Hautseite gebraten und dann auf Feldsalat gelegt. Als kleines Salatsößchen gab es frischen Meerrettich mit Apfel in etwas Sonnenblumenöl mit Zitrone aufgeschlagen – mit einem Hauch Salz und Pfeffer. Ja, da lag der Zander ganz glücklich in seinem Bett…

Herrlich, wenn die Gäste die Zeit genießen. Gemütlichkeit und Ruhe ausstrahlen, dann schmeckt das geschmorte Lamm gleich noch mal so gut. 

 

Die Stelzen haben gute drei Stunden in Rotwein und Butter im Ofen gelegen – wie das Lämmchen im Heu. Ganz entspannt, glücklich und schön warm an den Füßen, ups.

Besondere Erwähnung findet mein Gemüse: Mangold mit Streifen von Radicchio und roter Paprika. In Olivenöl angebraten, mit Weißwein abgelöscht, leicht gesalzen und schon fertig!

Während des Desserts, ich habe mal wieder Omi Martha mit dem Vanillepudding bemüht 🙂 wurde der Himmel schwarz, es krachte und Schnee fiel vom Himmel. Da wollte jemand ein Löffelchen abbekommen. Tut mir leid, die Schüssel war komplett „ausgeleckt.“

Wann wird der Käse serviert? Vor oder nach dem Dessert? Die Meinungen dazu sind vielfältig. Erst den Käse, damit die Gäste weiterhin Wein trinken können und sich zum Dessert einen Dessertwein munden lassen. Erst das Dessert, danach den Käse mit einer feinen Beerenauslese, denn danach könnte „einfach“ noch weiter geplaudert werden um noch einen Schluck Wein zu genießen. Allerdings könnte zum Dessert auch Espresso nebst Digestif serviert werden.

Bei mir gibt es zum Abschluss den Käse mit Rotweinbirnen und Walnussbrot. Dazu einen großartigen erlesenen „Grand Cru 2006 BANYULS. 

Die Gäste sind in guter Stimmung und erklären mir ihre Weinbruderschaft. Da nehme ich gern einen Stuhl, einen Schluck Banyuls dazu und bin entzückt, dass ich sogleich zur Weinvereinigung eingeladen werden – im April zu einem Krustentieressen. Ich fühle mich geschmeichelt und komme selbstverständlich sehr gern!

Dies ist ein Sonntag nach meinem Geschmack! Die Kunst des Genusses liegt zwischen den Gängen und mittendrin im guten Gespräch.

Herzlichen Dank für Ihren Besuch, wir sehen uns sicher im April wieder. Vielleicht schon eher? Das wäre nach meinem Geschmack!

                   Katrine
Lihn – gerne Gastgeberin

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