Mut zum Sein

Genuss Botschaften 06.07.2016 keine Kommentare

GänseblümchenwieseAuf jede noch so ungewöhnliche Frage wollen wir eine Antwort haben. Warum können wir nicht in Frieden zusammen leben? Warum ist es so schwer sich anerkannt zu fühlen? Doch im Allgemeinen ist jede Antwort auf derartige Fragen lächerlich! Weil Individuen gern streiten! Weil Anerkennung heute nicht mehr en vogue ist! Autsch! Genau.

Du sollst frei sein – fleißig und unauffällig. Du sollst arbeiten und nicht auffallen. Sein sein sollst Du, jedoch still. Übertreibe es nicht mit dem Sein, mit dem Ich-sein. Das ist nicht gut. Außenseitertum ist in dieser Welt nicht mehr gefragt. Angepasst und unaufgeregt des guten Bürgerspflicht. Puh!

 

Es geht im täglichen Leben also darum, zu sein und eben nicht! Die Kunst mit sich selbst gut umzugehen sowie mit allen Anderen. Fein. Ich nehme diese Herausforderung an, wie ich mich eh lieber in den Sturm als in den Schatten stelle. Warum das so ist? Auf diese Frage kann es ebenfalls nur lächerliche Antworten geben: Ich bin Skorpion! Oder meine Eltern haben mich hart am Wind erzogen – pah! Zu sein bedeutet für mich vor allem kreativ zu sein, ich bin somit eine Schöpferin. Mit mir und meinem Tun im Einklang. Es ist so schade, dass Menschen nicht mit sich, ihrer Arbeit, ihrer Familie und dem Leben zufrieden sind. Ist dies nicht auch eine Frage der Benennung?

 

GemüsetellerDer bewußte Umgang mit dem eigenen Ich schult den Blick in’s Innere und macht sensibel für das Außen. Wahrnehmung und Achtsamkeit lassen die menschlichen Fähigkeiten wie Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz, Vergeben und Verantwortung in einem anderen Lichte strahlen. Wer sich selbst wahrnimmt und vor allem dies gern und mit einem guten Gefühl tut, der kann auch seinem Umfeld freundlich und zugewandt begegnen. Achtsamkeit lässt sich trainieren. Nicht nur durch Meditation, sondern auch mit der Schulung der Sensibilität. Respektvoller Umfang ist ein wahrhaftig großer Schlüssel. Ach und des Deutschen liebstes Liebelein, die Nörgelei. Diese geht einher mit der bösen Grübelei und des grünen Grases. Na Sie wissen schon, am anderen Ufer ist es immer grüner. Ach herje! Doch der Einfluss auf unser Leben, unser Glück, unser Sein liegt viel tiefer in uns als wir glauben (wollen/können). „Ein Geheimnis glücklicher Menschen besteht darin, wenig an Glück und wenig an sich selbst zu denken“, meint der Autor und Theologe Anton Bucher.  

 

Inspiriert durch das Theaterstück „Hexenjagd“ von Arthur Miller, welches ich am Wochenende bei den großartigen Bad Hersfelder Festspielen erleben durfte, fühle ich mich wie nach einer großen Kanne mit anregendem Tee: aufgeputscht und demütig. Die ganze Vielfalt des Seins strudelt durch meinen Kopf und ich suche nach Ordnung, kleinen Kästchen, Schildchen um das Erlebte einzufangen, aufzuschreiben, einzuatmen. Mein eigenes Streben nach Glück liegt tatsächlich darin, dass ich sehr gern tue was ich schaffe; kochen, Menschen zusammen bringen, mich mit der Philosophie, der Gastrosophie und der Psychologie zu beschäftigen. Es ist herrlich dies als Lebenselixier Tag für Tag einzuatmen.

Ihre Katrine Lihn – zwischen Essenmachen und Lebenskunst

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