Die Melancholie der Natur

Genuss Mit Liebe gemacht (Rezept) 29.10.2016 keine Kommentare

bunter Laubbaum im HerbstÜber Stock und über Stein geht es im Herbst! Über Felder und Wiesen, durch das raschelnde Laub tragen uns die Füße. Herrlich! Ich liebe diese Stimmung, das diffuse manchmal etwas dunkle Licht. Es macht mich melancholisch; in dieser Jahreszeit habe ich das sehr gern. Die Melancholie der Natur! Ein Gefühl von Wehmut. Ich liebe die leisen Töne, dazu passt eine heiße Suppe und ganz viel Kerzenschein.

Die Melancholie der Natur. Sie ist es, die mich frösteln lässt. Der Blick schweift über das Wasser, die Gedanken flitzen den Wolken hinterher. Ist es klug, sich dem so hinzugeben? Diesen Momenten der Stille, der Traurigkeit? Melancholie hat für mich eher etwas Tröstliches. Diese Art der Sehnsucht ist nicht schmerzlich, im Gegenteil, es wärmt mich wohlig der kleine Schauer. Immer nur zu lachen ist nicht gesund. Ein gerüttelt Maß an Melancholie schadet nicht. Bitte, das gilt für mich. Jeder empfindet den Herbst und vor allem den nahenden November anders.

Für mich ist die Zeit, die Zeit. Was gibt es zu beklagen? Früher dunkel. Ja! Na und. Öfter kalt. Egal! Ich trag so gern wieder meine Mütze. Ach und dann der Wind, der Sturm. Alles pfeift und rappelt. Stimmt! Doch ernsthaft ist all Dieses nicht zu beklagen. Das gehört zur Jahreszeit, zum Leben dazu.

Herbstblumen und Quitten

Da hole ich die Kastanien für mich (auch aus dem Feuer) doch jetzt erstmal von der Wiese. Dazu Zweige mit Hagebutten und ein paar bunte Blätter. Es helfen die wundervollen Botschafter des Waldes. Die Freunde der Natur! Die Quitten duften um die Wette und die Äpfel lassen sich zu einem herrlichen Mus verkochen.

Außerdem gibt es Pilze, Birnen, die in Rotwein paddeln und Wild in Hülle und Fülle. Sorry, ihr Ersatzwurstesser in meinem Herbst und Winter koche ich so traditionell wie lange nicht mehr. Der richtige echte Winterblues bekommt keine Chance. Ich träume vom zarten Rücken des Rehs, der männlichen Keule des Mehrfachenders, der Schulter zum Anlehnen (oh, ein anderes Thema), kurzum; meine Träume gehören dem geschmackigen Herbst, dem sämigen Winter und allem was sich an Köstlichem so anbietet.

Kleinigkeiten, die die Sinne betören lasse ich mir dennoch einfallen. Ein bisschen Rettung braucht die Seele zur kalten Jahreszeit eben doch. Was ist einfacher als ein paar Stengel Kräuter zu vermixen. Das ganze Jahr über gibt es Petersilie, Salbei und auch Thymian. Selbst auf dem Balkon lassen sich einige

Stiele bis in den April halten. KräuterölNicht so schön grün, aber für ein Kräuteröl oder ein winterliches Pesto reicht das alle Mal. Frische Zitronen und Limetten kommen aus Südeuropa und lassen mich allein durch ihrem Duft schon lächeln. Immer wieder denke ich daran, wie ich 1985 Patrick Süsskinds „Das Parfum“ verschlang. Damals wurde mir bewußt, wie sehr ich mit meinem Geruchssinn der Leidenschaft über die Nase zu lieben verfallen war und dies bis heute bin. Düfte! Sie wecken Erinnerungen und lassen Sehnsüchte wachsen. Woran mögen Sie jetzt denken? An gehackte Petersilie? Oder lieben Sie eher den Dill? Egal, welche Düfte aus der Küche durch das ganze Haus ziehen, sie lassen uns an Etwas denken. Bringen Gefühle zurück und geben manchmal sogar Halt. Die Geschenke des Bodens sind viel mehr als nur Lebens-Mittel. Sie sind unsere Mittel zum Leben. Auf meinem Wunschzettel für mein heutiges Mittel zum Leben und Genuss steht ein dicker großer Pilz, einen Seitling.

Der ist sehr schön fest, lässt sichkleines Arrangement mit Pilz und Sauce herrlich braten; ach da hab ich doch was für meine vegetarischen Freunde (ich bin ja gar nicht so ein Fleischbanause ;-)) Dazu passen gestampfte Kartoffeln oder einfach Pellkartoffeln. Mit einem Kräuteröl und einigen Tropfen von meiner Roten Rüben Creme* ist das ein leichtes und doch sehr glücklich machendes Essen. Jetzt ist die Zeit für gemütliches Miteinander. Kleinigkeiten sind schnell zubereitet und abends schmecken Pellkartoffeln mit Salat, Kürbis oder eben diesen herrlichen Pilze. Ausprobieren lohnt sich!

Der Mensch isst nicht gern allein. Also, Freunde einladen, Nachbarn anrufen oder sich zu meinen Abenden anmelden. Geben Sie dem Genuss eine Chance, sich selbst einen schönen Platz am Tisch. Das kann Alles so einfach sein. Los geht’s…

Ihre Katrine Lihn – zum Wohle von Mensch und Tier

kleiner Stoffhirsch

*meine RoteRübenCreme gibt es als Bestandteil der Heimatbox oder Sie bestellen sich ein größeres Glas extra bei mir – Wünsche werden erfüllt …

 

 

Die Melancholie der Natur

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