Roastbeef zur Zeitwende

Genuss Mit Liebe gemacht (Rezept) 02.07.2017 2 Kommentare

Zuhause in Berlin Brandenburg ist die vollständige und korrekte Bezeichnung der Vorabendserie ZIBB. Das lokale Fernsehen von Berlin Brandenburg ist der RBB. Jeden Freitag von 18:30 bis 19.30 gibt es dort einmal im Monat einen Kochclub. Die Gastgeberin Patricia Pantel lässt sich von verschiedenen Bürgern deren Leibspeisen; Ideen sowie den Beweggrund zur Landliebe erklären. Dazu wird gekocht, oder zubereitet. Jeder wie er mag. In der großartigen Kochschule von Goldhahn + Sampson in Berlin entsteht mit liebevoller und tatkräftiger Unterstützung von Petra Rimkus ein drei-Gänge-Menü. Gefällt mir!

 

Landleben hautnah

 

Roastbeef zur Zeitwende

 

Die neue Lust am Selbermachen ist nun schon mit mehr ganz so neu. Dennoch, das Kochen bleibt weiterhin in Mode. Wochenmärkte beflügeln die Sinne und das Landleben lässt sich hautnah erleben. Wer möchte? Gern besuchen wir zusammen die glücklichen Kühe. Meine Lieferanten sind die Menschen, denen ich vertraue. Sie lieben ihre Tiere, schenken ihnen Achtsamkeit und lassen sie artgerecht aufwachsen.

Meine Gemüsehändler bieten gern Frisches an, das nicht in Mode ist, aber Saison hat. Das macht den Geschmack aus, dass ist der pure Genuss auf der Zunge. Ich stehe für die moderne Landküche und wurde vom RBB in das Kochstudio eingeladen. Vielen Dank, es war mir eine Ehre.

Wer möchte, kann sich die Rezepte auf der Internetseite vom RBB ansehen und auch runterladen. Bisher gibt es dort keine Möglichkeit den Ausschnitt anzusehen, dass ist nur bei Facebook möglich – hier der Link https://www.facebook.com/zibb.rbb/ – ob das auch für nicht angemeldete Facebook-Nutzer funktioniert wage ich zu bezweifeln. Ausprobieren und dann entweder geht oder eben nicht … ist jetzt auch nicht wirklich so sehr elementar 😉

 

Das liebe Vieh

 

Roastbeef im RBB

 

Zurück zum Fleisch: mein Roastbeef kommt heute vom Wasserbüffel. Die Produzenten Simone und Helmut Querhammer setzen die Tiere im Zuge der Landschaftspflege in der Döberitzer Heide ein.  Moderne Helden! Es gibt viele Gründe diese Menschen und alle anderen Bauern dieser Coleur zu unterstützen. An erster Stelle steht sicherlich die Beziehung zwischen dem Land und seinen Bewohnern. Es macht Sinn, sich mit den Lebensmittel auseinander zu setzen. Der Handel bietet eine große Menge an Produkten an, doch diese sind selten wirklich aus der Region. Der Name „von Hier“ gaukelt dem Einkäufer vor, dass es sich im Nahrung aus der direkten Nähe handelt, doch ist das kaum der Fall. Hinschauen lohnt sich!

Im Land Berlin und Brandenburg gibt es eine große Vielfalt an frischen Landprodukten. Die stammen aus dem Boden, von den Wiesen und Äckern unserer direkten Nachbarschaft. Die Wochenmärkte sind ein Ort der Begegnungen und des Miteinanders. Ich empfinde es als große Bereicherung meinen Produkt-Erzeugern die Hand geben zu können. Einzukaufen und zu wissen, dass die frische Vielfalt mit Liebe zum Detail erzeugt wurde. Wer im Nebenerwerb Bauer, Züchter, Gärtner und Koch ist, der gibt sein ganzes Herzblut in seine Arbeit. Da geht es nicht an erster Stelle um Profit, sondern um Achtung, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Das zu unterstützen ist mir eine Freude und Ehre zugleich.

 

Roastbeef zur Zeitwende

 

 

Kochen ist meine Leidenschaft! Gut zu planen, zu wissen was ich zu bereiten möchte, erfordert je nach Art und Umfang der Speisen etwas Organisation und ein bisschen Wissen. Über Jahre habe ich mir verschiedene Fähigkeiten angeeignet. An erster Stelle steht für mich immer die Liebe zum Produkt. Gute Waren schmecken! Daran lässt sich nicht viel verderben. Ja, es gibt diese alte Geschichte vom jungen Mann der versucht über Stunden und Stunden sechs Eier weich zu kochen 😉 Eine wirklich schön zu erzählende Anekdote oder vielleicht doch die Wahrheit? Ups …

Mein Roastbeef zur Zeitwende ist der Shootingstar des Tages! Der Einsatz von Wasserbüffelfleisch ist ein Garant für aufmerksame Zuhörer und erst recht für Kochinteressierte und Genießer. Die Zubereitung ist kinderleicht und damit ist der Klassiker Roastbeef genial für Gäste. Dazu serviere ich immer wieder sehr gern die Remoulade à la Omi Martha, mal mit, mal ohne Gürkchen. Ofenkartoffeln, schön kross mit besten Salzblüten gewürzt – Genuss der auf der Zunge zergeht. Da lacht das Herz; so geht Verführung!

 

Vertrauen ist schmeckbar

 

Rezept - ausprobieren lohnt sich

 

Das Rezept für ein Roastbeef ist wirklich sehr simpel. Das Gelingen liegt vor allem in der Qualität des Fleisches, sowie im sorgfältigen Umgang. Bevor das Fleisch von allen Seiten in der Pfanne angebraten wird, soll es Zimmertemperatur haben. Das bedeutet, wenn um 19 Uhr das Essen auf dem Tisch stehen soll, kommt das Bratenstück um 17 Uhr aus dem Kühlschrank. Einfach hinstellen, also auf einem Teller oder in einer Auflaufform. Erster Schritt = fertig!

Zweiter Schritt: In Ruhe anbraten und zwar von allen Seiten. Dann – ab in den heißen Ofen. Einfach und ohne großes Tamtam! Zur Sicherheit könnte ein Fleischthermometer helfen. Die Kerntemperatur für ein schönes rosiges Innenleben liegt zwischen dreiundfünfzig und fünfundfünfzig Grad, diese lässt sich einfach ablesen. Toll!

Das Fleisch braucht nach dem Erreichen der Genusstemperatur noch einmal gute zehn Minuten Zeit um sich auf den Verzehr vorzubereiten. Will sagen, lasst es ruh’n. Entweder in Alufolie wickeln (das ist nicht ökologisch), Backpapier geht auch, hält aber die Wärme nicht so. Ich lege das Fleisch auf ein Brett und stelle eine Edelstahlschüssel darüber, die ich vorher mit heißem Wasser wärmte.

Nach dem Aufschneiden salze ich das Fleisch ganz leicht, denn die Remoulade* unterstützt den Geschmack des guten Fleisches und ich mag es pur!

Danke an das Team vom RBB, Danke an den Wasserbüffel und es ist heute wieder bewiesen: Vertrauen ist schmeckbar, Genuss liegt auf der Zunge und JA; Essen öffnet die Seelen.

 

Katrine Lihn – auszuprobieren lohnt sich … immer 😉

 

* nächsten Sonntag (am 09.07.17) gibt es das ausführliche Rezept für die Remoulade von Omi Martha

Roastbeef zur Zeitwende

2 thoughts on “Roastbeef zur Zeitwende

  • 4. Juli 2017 at 11:33
    Permalink

    Oh ja, ausprobieren. Dbei habe ich bestimmt schon so manchen braten verdorben, weil es eben schnell gehen sollte.
    Völlig falsch, so wie auch alles zu unserer Lebenserhaltung, sprich Lebensmittel, Zeit benötigt zu wachsen, benötigt die Zubereitung auch diese Zeit.
    Vertrauen in diese Lebensmittel ist heute wichtiger denn je, ich vertraue meinem Bauern der für das gute Fleisch sorgt, sorgsam mit seiner Viehaltung umgeht und ich bewußt ein gutes Stück genießen darf. Dann tue ich etwas für meine Gesunderhaltung, ich zelebriere ein gutes Stück Fleisch, wie schon zu Großmutterzeiten nur Sonntags-Braten. Es darf in der Woche auch Gemüse und nur gemüse sein, weil der Gemüsebauer auch leben möchte von seiner Händearbeit. Auch diesem von mir gesuchten Bauern vertraue ich, weil er für mein Leben sorgt mit Lebensmittel, denen ich vertauen darf. Was für eine Vielfalt finden wir im Supermarkt um die Ecke.
    Alles schön gleichmäßig, sauber und…., aber darf es vielleicht auch etwas Erde sein an der Kartoffel?, ja bestimmt, weil sie eben aus der Erde kommt, eben noch echt Lnadwirtschaft, und am Salat finde ich doch noch eine Schnecke, völlig unhygienisch und doch echt Natur.
    Essen ist heute eine wichtige Vertrauenssache geworden, um unseren physischen und geistigen Körper gesund zu erhalten.
    Also Katine erobere weiter unsere Landwirte und schaue auch einmal den Misthaufen an, dann ist hier wirklich Natur.
    Ich freue mich auf Dein Rezept und werde es ausprobieren mit mehr Geduld

    Reply
    • 10. Juli 2017 at 16:21
      Permalink

      UND? Schon den Braten gebraten? Ich freue mich auf Nachrichten und würde mich über ein Foto vom Roastbeef sehr freuen.
      Vielleicht kochen wir mal zusammen, oder braten …
      Mit einem Gruß aus der Küche, Katrine

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.