Stulle mit Ei

Genuss Lebensglück 10.10.2018 2 Kommentare

Dein Schicksal ist nicht meins, dennoch helfe ich gern und biete Dir als erstes eine Stulle mit Ei an. Guter Genuss für die Seele. Wenn die Butter in der Pfanne schmilzt, ist es fast so, als ob bei Capri die Sonne im Meer versinkt. Herzflimmern! Eine Umarmung, ein Gruß aus meiner Küche: JA! Ich bin gern für Dich da.

 

Brote mit Liebe bestrichen

Stulle mit Ei

 

Sich um eine Person zu sorgen, etwas Gutes tun das ist wohl mit ein Grund warum ich Dir so gern ein Butterbrot „schmiere;“ klar auch dem Rest der Welt 😉 Zubereiten, rühren und backen gehören zu mir. Deshalb ist meine feste Überzeugung, dass Kochen wie Lieben ist! Es bedeutet mir unfassbar viel. Die Achtsamkeit der Besorgungen. Mir genau zu überlegen, womit ich Dir ein Lächeln auf die Lippen zaubere, wenn die Köstlichkeit von der Zunge mitten in Dein Herz trifft. Oder „wenigstens“ die Sensorik des Geschmacks Deine Hirnhälfte streift. Einige Menschen für die ich da sein darf, besitzen einen guten Sensor für den Genuss. Diese Möglichkeit wahrzunehmen ist lernbar. Schau mal hier gibt es dazu eine Erläuterung bei Wicki.

Das persönliche Lebensglück des Individuums ist so unterschiedlich wie die Sortenvielfalt des Deutschen Brotes. Wobei sich hier jedes Jahr neue Trends durchsetzen und manches Rezept unter den Bäckertisch fällt. Welches Brot magst Du am Liebsten? Oder gehörst Du zu denjenigen die sich der Brotkultur verweigern und Low Carb leben? Ich glaube nicht. Meine Leser, Gäste und Genießer sind im besten Sinne der Tradition verpflichtet und dazu gehört eben auch ein gutes Bäckerbrot.

Das Abendbrot ist ein bisschen aus der Zeit gefallen das finde ich sehr schade. So eine Platte mit Schnittchen ist ein besonders kurzer Weg zum großen Glück. Ob mit oder ohne Ei. Gürkchen, Radieschen oder was auch immer. Das Brot ist eine leckere Variante zum Tiefkühlgedöns!

Tradition des Genusses

Außerdem wird der Wert des Essens sehr gut vermittelt, wenn Du keine Verpackung aufreißt, sondern etwas mit liebevoller Hand selbst belegst. Dazu kommt, dass es eine sehr vorbildliche Sache ist, das Handwerk zu ehren. Bäckerbrot kaufen, aufschneiden und los geht’s. Viel einfacher kann eine Mahlzeit nicht sein. Butter drauf, eine Prise Salz, Augen schließen – rein beißen! Für mich schmeckt das nach Kindheit. Auf einer meiner letzten Reisen habe ich den großartigen Genuss einer Butterbrezel mit Schnittlauch genossen. Eine Tradition in Baden-Württemberg.

 

Stulle mit Ei

 

Hier in Brandenburg heißen die Butterbrote „Stullen.“ In Hamburg hingegen ist ein Butterbrot eine Scheibe Schwarzbrot mit einem halben Brötchen belegt. Andere Länder, andere Sitten. In Frankreich und Italien liebe ich das Baguette, diese kleinen belegten Paninis, gleichwohl vermisse ich recht schnell ein gutes dunkles Brot. So eine kräftige Scheibe und dazu frische Gurke. Besonders gern mag ich ganz dünn geschnittene Scheiben, die aufeinander gestapelt sind. Hübsch zu Dreiecken geschnitten und vielleicht mit einem Spießchen verziert. So simpel, so gut!

 

Retten wir das Butterbrot

In diesem Herbst gibt es aus meiner Küche wieder ganz viel Regionales! Gemüse, Kohl und Stampf aus Möhren, Kartoffeln sowie gebratene Äpfel. Meine Klassiker. Und? Genau! Butterbrote. Komm mal vorbei. Retten wir das Butterbrot gemeinsam und sitzen bei Kerzenschein und einer schönen heißen Tasse Tee zusammen. Plaudern, lachen – einfach sein! Draußen grau, Drinnen hell! Es ist eine Frage der Perspektive oder auch der berühmte Blick über den Tellerrand.

Den nehme ich mir nächste Woche mal vor. Gucken wir gemeinsam drüber? Ich möchte gern über Werte und Moral sprechen. Warum? Weil Werte in diesem Jahrhundert negativ besetzt sind. Delikat? Nö, finde ich gar nicht. Ich wünsche mir etwas mehr Anstand, so eine Art von Ritterlichkeit. Heute heißt das wohl „old-school.“

Na dann, bis nächsten Mittwoch ich freue mich schon auf Dich. Oder sehen wir uns am Samstag? Wie auch immer, mir schmeckt es hier und Du weißt, wo Du mich findest!

 

Katrine Lihn – ein etwas anderer bunter Teller

 

Stulle mit Ei

2 thoughts on “Stulle mit Ei

  • 13. Oktober 2018 at 19:50
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    Was für eine Idee,
    Butterbrot. Was kann es besseres geben eine Stulle ganz individuell belegt. In meiner Kindheit, hat meine Mutter jeden Tag die Stullen für meinen Vater, früh um 4.00 Uhr geschmiert, in Butterbrotpapier verpackt und in die Lederaktentasche gelegt, dazu eine Thermoskanne Tee. Und Abends wenn mein Vater von der Arbeit kam, um 19.00 Uhr, habe ich auf das hasenbrot gelauert, denn er hielt immer eine Stulle für mich zurück. Diese war von der Butter durchzogen, von Leberwurst abgerundet und was das beste war, diese Stulle hatte den Duft der lederaktentasche angenommen. Das waren Kindheitserinnerungen, die mir bei Stulle einfallen. Und heute, mein Mann nimmt jeden Tag frische Butterbrote, mit Ei, Salamie und ganz viel Grünem, mit in das Büro. Er mag kein anderes Essen, weil er wissen möchte das er gesundes Brot und Belag, für den Arbeitstag erhalten hat. Wie sich die Traditionen, völlig unbewußt fortsetzen. Nur das er keine Lederaktentasche hat. Aber nimmt diese Butterbrote ganz bewußt an, weil er mir vertraut, das er von mir regionale Produkte erhält. Er sagt dann immer, Essn im Arbeitsalltag, kommt oft zu kurz, aber diese Brote geben ihm Nahrung und Vertrauen, an das Essen.
    Und dabei kann man total kreativ sein, ich mag es die Brotbox bunt zu gestalten. Dann kann es auch einmal exotisch werden. Salamiebrot mit hauch dünn geschnittenen Apfelscheiben. Und dazu vegetarisches Schmalz mit Zwiebelgrieben ( echte Grieben). Experimentieren macht Spass, damit wird die gute alte Butterstulle, nie langweilig. Ist auch Lebensqualität.
    Gabriele

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    • 15. Oktober 2018 at 10:28
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      Ach wie herrlich. Die Lederaktentasche sehe ich direkt vor mir. Und den Geruch habe ich auch gleich in der Nase. Liebe Gabriele, was für eine schöne Erzählung. Danke dafür! Und Stullen sind einfach toll. Lass uns also weiter das Butterbrot retten 🙂
      Mit einem Gruß aus der Küche – heute mit Apfeltarte – herzlichst Katrine

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