Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser

Genuss Gastrosophie (+Rezept) 04.09.2019 2 Kommentare

Wie letzte Woche angekündigt, geht es heute um Köstlichkeiten zum Herbst. Die beste Zeit ist jetzt! Also, für mich ist heute der Tag und vielleicht auch morgen. Auf jeden Fall liegt mein Glück im Jetzt und ich mag genau diesen Moment! Dazu gucken wir gemeinsam ein bisschen über den Tellerrand der Erntezeit.

Also, kennst du dich aus mit den alten Sorten von Obst und Gemüse? Diese wundervolle fast aus der Mode gekommene Spezies freut die Zunge ganz besonders. Es ist lohnenswert sich danach umzusehen. Wo wachsen diese Kulturpflanzen? Wer macht sich die Mühe, diese alten und neuen Raritäten weiter zu entwickeln?

 

Anna Späth – ein Name für eine Zwetsche

Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser

 

Anna Späth liebt die Zwetsche, die sie 1870 entdeckt, wobei sie den Sämling fand und dieser dann später ihren Namen erhielt. Eine Zwetsche von ganz dunkelblauer Farbe mit einem grünlich gelben Fruchtfleisch. Besonders bei Bäckern geschätzt, die Zwetsche eignet sich zum Backen, da die Frucht besonders stabil ist. Anders als die Pflaume, die sich eher als Aufstrich, Chutney oder Röster eignet.

Leider habe ich zu Anna als Mensch, als Züchtern oder Hobbygärtnerin keine Informationen gefunden. Einzig der Nachweis zur Obstsorte ist als Eintrag bei der Obstarche vorhanden. Den Link habe ich oben bei „Anna Späth“ gesetzt. Schau mal rein, wenn dich das interessiert.

Mir bleibt noch dir den Unterschied zwischen Zwetsche oder auch Zwetgsche und Pflaume zu erklären, das ist jedoch rasch erzählt:

Pflaumen gehören mit über 2.000 !! Arten zu den sortenreichsten Obstarten. Es gibt sie in Deutschland häufig als Eierpflaume, Rundpflaume, Mirabelle sowie Zwetschge; denn diese ist eine Unterart der Pflaume.

Die Pflaumen sind kleiner, runder und von eher sehr matter blauer Farbe. Ihr Fruchtfleisch ist süß und besonders saftig. Sie eigenen sich besonders für Marmelade, Chutney, Aufstriche und Röster.

Dagegen ist die Zwetschge eher länglich, die Farbe meist dunkelblau und oft etwas glänzend. Das Fruchtfleisch ist besonders fest und von gelblich bis grünlich schimmernd. Dieses Obst liegt am Liebsten in einem weichen Kuchenteig oder auch auf einem Mürbeteigboden. Gern noch von Streuseln umschmeichelt und mit Tupfern von samtig-süßer Schlagsahne umgeben. Da lacht das Herz und die Sonne scheint im herbstlichen Glanze.

Diese beiden Septemberbegleiter sind für mich absolute Kindheitsgeschmäcker. Sie stammen übrigens im Ursprung aus Kleinasien und gehören biologisch zur Familie der Rosengewächse.  Was es damit auf sich hat, kannst du gern HIER nachlesen.

Nun fragst du dich, wie ich auf die Idee komme, dass Anna den Kaiser liebt. Ha! Ja, das ist eine sehr gut Frage und die Antwort folgt in den nächsten Zeilen.

 

Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser

 

Ob damals im Paradies oder heute zur Erntezeit, die vollkommene Frucht liegt jetzt und in den nächsten Wochen in den Körben der Hobbygärtner und auf den Treckern der Bauern. Manche Sorten werden bis in den Oktober hinein gepflückt. Das macht die Vielfalt aus! Heute erkennen zum Glück mehr und mehr Menschen, dass die gefährdete Vielfalt von Obst und Gemüse uns braucht. Dafür werden wir im Gegenzug mit den köstlichsten Gaben beschenkt.

Es ist ein bisschen wie in der Liebe. Ein erster Blick, eine kleine Geste und dann ein zögerliches Kennenlernen. Wie heißt du und wo kommst du her? Dies sind die grundlegenden Fragen der Identität! Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser fußt auf meiner Fantasie: Die Zwetsche liebt den Kaiser(Schmarren) …

Es geht mir jedoch vor allem um den Erhalt der alten Sorten. Das Verschwinden dieser Identität durch die Lebensmittelindustrie hat System. Für mich ist es ein bisschen wie eine Entmündigung; es wird mir (und dir/uns allen) die Möglichkeit genommen, sich frei zu entscheiden. Ich kaufe diese Sorte, weil ich sie besonders liebe, sie schmeckt mir am Besten. Gern würde ich sie immer wieder kaufen und genießen.

Die Industrie versucht dies (leider mit Erfolg) zu verhindern, indem sie in ihrem Sinne des Zeitgeistes das Diktat des Marktes stützt. Ständig wird Neues produziert und dem Verbraucher suggeriert, das sei toll und super gesund. Dabei geht es um viel Geld, denn die alten Patente auf Sortenschutz laufen nach rund fünfundzwanzig Jahren aus und es müssen neue Sorten her, um für die nächsten fünfundzwanzig Jahre die Maximierung des Finanzstatus zu sichern. Leider steht nicht dein Geschmack im Vordergrund oder dir etwas besonders Feines anzubieten! Es geht nur um den Gewinn – pfui!

Allerdings gibt es immer mehr Zeitgenossen, die sich um die Erhaltung der Kulturpflanzen kümmern, die sich nicht verbieten lassen, alte Sorten zu züchten. Das ist eine große und achtenswerte Aufgabe, die ich hiermit ein bisschen in die Welt tragen möchte.

Wer sich mit der Leidenschaft des Kochens beschäftigt, der wird sich diesem Thema annehmen. Es geht um die Liebe zum Produkt und den Erhalt der Diversität. Wenn du dazu weitere Informationen möchtest, schreib mich gern unter genuss@katrinelihn.de an. Jetzt ist die beste Zeit – Ernte sei Dank!

Ein Rezept zum Kaiserschmarren

Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser stehen als Synonym für den guten Genuss! Wie versprochen gibt es dazu noch dieses Rezept:

Zwei getrennte Eier mit 125ml Milch, 30gr Zucker  und 80g Mehl mit dem Schneebesen gut vermischen. Das Eiklar mit einer Prise Salz sehr steif schlagen und vorsichtig unter die Eiermehlmischung heben. Einen Esslöffel Butter in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, den Teig hinein gießen und dabei die Pfanne leicht schütteln. So verteilt der Teig sich gleichmäßig. Ungefähr zwei Minuten stocken lassen.

Jetzt kommt die Pfanne in den vorgeheizten Ofen (180 Grad) und schläft dort für acht bis zehn Minuten. Der Kaiser gart so gut durch und brennt nicht an. Dann mit Holzlöffeln auseinander reißen und mit Puderzucker bestäuben. 

Klassisch gibt es dazu Pflaumenröster und Apfelmus = Die beste Zeit ist jetzt! Und dafür bin ich ehrlich dankbar. Es ist mir eine besondere Freude immer wieder neue Rezepte auszuprobieren und dich damit zu erfreuen. Grad vor einigen Tagen habe ich eine junge Frau getroffen, die mich so fest in ihre Arme nahm und mit den Worten: „Danke für deine Kolumne, ich warte Woche für Woche darauf “ mein Herz erreichte.

Nächste Woche gibt es weiter Herbstliches und vielleicht erzähle ich dir von meinem neuen Ritual, das ich von Shawn Achor lerne. Dabei geht es um Dankbarkeit, Zufriedenheit und Erfolg.

 

Katrine – mit einem Puderzucker Lächeln …

sowie mit einem Zitat von Shawn:

„Sie müssen nicht erfolgreich sein, um glücklich zu werden, sondern Sie müssen

glücklich sein, um erfolgreich zu werden.“

 

 

 

 

… und für die Regeln der DSGVO #Werbung und #Verlinkung ohne Bezahlung – aus Recherchegründen und weil es mir Spaß macht 🙂

 

Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser

2 thoughts on “Anna Späth und ihre Liebe zum Kaiser

  • 9. September 2019 at 15:39
    Permalink

    Und wieder eine Köstlichkeit, die ihres gleichen sucht. Jetzt gibt es Obst in Hülle und Fülle, von der Sonne verwöhnt, frisch genießen und man erlebt dabei wahre Wunder auf dem Gaumen.
    Kaiserschmarren ohne Zwetschgen nicht auszudenken, und immer mit einem guten Hofei gemacht, eine besondere Leckerei ich jedes Wochenende damit beschäftigt Zwetschgen blechkuchen abzubacken, auf Hefe , mit Streusel, pur oder Baisers, ich liebe es wenn dieser Duft durch das Haus zieht. Aber auch ein Kartoffelkloss mit Zwetschge und gerösteten Butterstreusel…
    Geben wir der Fantasie freien Lauf.
    Danke Dir für den genussvollen Austausch.
    Gabriele

    Reply
    • 12. September 2019 at 12:27
      Permalink

      Liebe Gabriele,
      ich Danke dir von Herzen. Du gehörst ja nicht nur zu meinen Stammleserinnen …
      Es ist mir immer wieder eine große Freude, deine Kommentare zu lesen, es ist auch herrlich, dich in Echtzeit zu treffen.
      Ich hoffe sehr, dass wir im Herbst wieder einen Ausflug auf’s Land machen.

      Also auf Bald und mit einem lieben Gruß,

      Katrine

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.