Ein Kessel Buntes

Genuss Gastrosophie (Tipp) 06.02.2019 keine Kommentare

Möhren, Lauch, Kartoffeln und Kohlrabi ergeben ein Kessel Buntes. Später gebe ich noch andere Gemüse der Saison dazu. Was magst Du denn? Mir würde blanchierter Brokkoli schmecken, der hat allerdings den Nachteil, dass er schnell seine Farbe verliert. Ja, er bleibt in Eiswasser schön grün, doch das ist alltäglich kaum möglich.

Kochende oder Koch-Ende

Alltäglich! Na mal ehrlich, Eiswasser? Das benutze ich in meiner „Zuhause-Küche“ nicht. Dazu lässt sich eher die Frage stellen, wer kocht heute überhaupt einen Kessel Buntes? In meiner Umgebung leben einige „Kochende.“ Kochende oder Koch-Ende? Die Betonung macht den Unterschied. Kochende ist der genderkonforme Begriff für Köchin und Koch. Das ist die Zukunft der Sprache. Was mögen Herr von Goethe und sein Freund Schiller davon halten? In meiner Vorstellung sitzen sie in ihrem geliebten Weimar und bestellen sich erstmal einen Teller Suppe mit Eierstich und Markklößchen. Wer hätte sich denken können, dass heute „ALLES“ in Frage gestellt wird. Selbst Suppe! Ja, die Zukunft kann verwirrend sein, denn heute kannst Du nur wage ahnen, was in hundert Jahren in die Teller kommen wird.

Kochende sind dann vielleicht ausgestorben und die Ernährung findet durch Substanzen statt, von denen Du Dir heute gar keine Gedanken machst. Oder es gibt so eine Art zurück zur Erde. Dazu stelle ich mir vor, dass das Land und seine Produkte im Vordergrund stehen. Ein Kessel Buntes köchelt ganz selbstverständlich auf dem Herd, am Wochenende servieren die Kochenden wie zu meiner Kinderzeit einen Braten à la Omi. Die Gemeinschaft findet nicht nur virtuell sondern am Esstisch statt, diese Aussicht schmeckt mir!

Doch zurück zu meinem Kessel Buntes. Das ist wirklich eine meiner Lieblingsspeisen. Mit dieser Suppe werfe ich meinen Anker. Die gibt mir Halt, wärmt meine Seele und macht im besten Fall auch noch satt. Prima!

Ich bin eine echte Suppenliebhaberin, also eine Suppenliebende 😉 Ganz hoch im Kurs steht immer und immer wieder die Kartoffelsuppe. Auf Dauer wird das für Dich zu langweilig, ich weiß es ja. Letztlich mahnt eine Kundin: „Ich mag Deine Kartoffelsuppe wirklich gern, könnte es dennoch bitte mal wieder etwas Anderes geben?“

Das ist eben nicht so einfach, wenn die Jahreszeit in unserem Land den Speisezettel stark einschränkt. Als gute Privatköchin werden Wünsche sofort erledigt. Es gibt einen bunten Teller voller Gemüse dazu Kartoffeln mit einer leichten Käsesauce. 

 

Ein Kessel Buntes

Zurück zur Gemüsesuppe, die ist natürlich vegan und kocht einfach vor sich hin. Diese Art des Essens finde ich so großartig, weil es sich fast von allein kocht. Ja, das Gemüse muss geputzt und die Kartoffeln geschält werden. Du kannst Reis oder Nudeln statt Kartoffeln verwenden. Oder auch ausprobieren, diese Sättigungsbeilagen gemeinsam in die Suppe zu geben.

Eine Zwiebel gehört für mich auf jedem Fall in den Sud. Magst Du eher nicht? Lass sie weg. Der Spielraum von einem Kessel Buntes ist groß. Der Name kommt nicht von ungefähr. Bei mir gibt es bekanntermaßen das ganze Jahr über Suppe. Ich lege einfach in den Topf, was ich gern esse. Mal mit Reis, mal ohne, mal mit Nudeln oder Kartoffeln oder einfach „nur“ Gemüse. In Stückchen, püriert oder auch als klare Brühe. Für mich ist Suppe wie (m)ein ständiger Begleiter.

Wer Lust hat kann Fleischbällchen dazu reichen. Magst Du einen klassischen Eierstich? Ich brate mir manchmal Fisch, den gebe ich in einen tiefen Teller, Suppe drüber = fertig! Immer wieder anders, immer köstlich und super simpel.

Diese Art einen Kessel Buntes zuzubereiten läßt der Kreativität, dem persönlichen Geschmack und nicht zuletzt auch dem Geldbeutel viel Spielraum.

 

Zero-Waste-Tipp

Ein Kessel Buntes

Apropos Spielraum. Letztlich sah ich einen Youtube-Clip zum Thema „Gemüsebrühe.“ Die Idee ist, dass alle Gemüseschalen und Reste abgespült in einem Gefrierbeutel landen, dieser immer wieder befüllt wird, bis der Literbeutel voll ist. Dann wird der gefrorene Inhalt mit Wasser aufgekocht, gewürzt, durch ein Sieb geschüttet, noch einmal aufgekocht und abgeschmeckt. Fertig ist die Brühe.

Diese kann in einem Schraubdeckelglas im Kühlschrank aufbewahrt oder in Eiskugelbehältern eingefroren werden. Macht Sinn im Dienste des „Zero-Waste-Tipp,“ außerdem hast Du so immer Brühe im Haus. Sie ist die perfekte Küchenhilfe, pur, zuverlässig und dazu auch noch extrem preiswert. Also ehrlich gesagt, habe ich keine Kartoffelschalen und auch keine Kohlblätter aufgehoben, das ist mir zu extrem. Probier Du es aus und erzähl mir was Du in Deinen Gefrierbeutel tust. Spannend ist das ja schon!

Nächste Woche komme ich mit einem weiteren Tipp zu Dir: Treffen wir uns zukünftig Montags vormittags in der Kochschule in Schöneberg. Ich stelle mein kleines Koch-ABC vor. Besonders für die, die von 11 bis 14 Uhr Zeit und Lust haben. Ich denke an Elternzeitler und Ruheständler, da ergeben sich vielleicht noch andere Symbiosen. Mehrgenerationen am Herd, diese Idee gefällt mir außerordentlich und sie ist bestimmt ein Zukunftsprojekt. Es geht um das Miteinander, dazu kommen Handwerkszeug für die Küche und schnörkellose Zubereitungen ohne Tamtam und ruckzuck serviert. Einfach gut, ehrlich und vom Feld auf den Teller.

 

Katrine – mir schmeckt das 🙂

 

 

 

 

#Werbung (unbezahlt) für mich und die Kochschule gemäß der DSGVO … guten Appetit

 

Ein Kessel Buntes

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