Heimatgefühle

Genuss Botschaften 04.02.2026 keine Kommentare

Meist koche ich, wie ich mich fühle: Heimatgefühle sind ein starker Motor in meinem Leben. Die Jahreszeiten spielen (natürlich) eine Rolle – ich bin jetzt im Wintermodus. Es gibt Suppen. Deftiges aus dem Ofen. Gern Wildes aus Wald und Flur. Auch Enten stehen bei mir koch im Kurs. Essen – ich kann das nur immer wieder betonen – ist eben doch viel mehr als (m)eine Nahrungsaufnahme. Meine Identität, auch meine Herkunft sind eng mit Speisen und Gemeinschaftlichkeit verbunden. Einem Miteinander, das bei uns zuhause stark gelebt wurde und ich für mich ebenfalls zelebriere. Die Ur- und auch die Großeltern waren Bauern, Schmiede und in direkter Linie gibt es auch eine Köchin sowie Fuhrunternehmer, die im Winter mit Pferden Holz rückten. Nahrung musste gut und kräftigend sein.

Wahre Heimatküche

Heimatgefühle

Heute wird viel Tamtam um Vielfalt und Herkunft gemacht – wahre Heimatküche gilt als angesagt, ha!, hauptsächlich jedoch bei den sogenannten Hipstern und natürlich bei denen, die sich dafür halten. Ich bin raus! Ehrlichkeit liegt in der Qualität, in der Würde derer, die sich die Mühe machen für uns die Produkte herzustellen und sich mit Anstand um das Tierwohl kümmern. Auch um das derer, die auf den Feldern und in den Ställen arbeiten. Klingt profan? Ist es nicht. Und mit Tamtam und Hafergedöns hat es mal so gar nichts zu tun.

Heimatgefühle sind mein ganz persönlicher Ausdruck von Achtsamkeit. Die Botschaft lautet, den Einklang von Mensch, Tier und Natur im Auge zu haben – nicht immer nur den Preis! Es ist so kurios, dass das Mittel zum Leben so einen geringen Stellenwert hat. Für Klimperzeug, mobile Telefone und sonstigen Kram ist immer reichlich Geld da, vielleicht liegt es auch an den Ratenzahlungen – ups. Nun – das ist ein anderes Thema. Zurück zum glücklich machenden Essen.

Vanillezucker

Es gibt Zutaten, die ich seit meiner Kindheit nicht missen möchte. Dazu gehört unter anderem der selbst hergestellte Vanillezucker. Und nein, weder wachsen Vanilleschoten noch Zucker auf meinem Balkon oder in meiner Umgebung, dennoch werden Zuckerrüben in Brandenburg angebaut und in unterschiedlichen Fabriken in Deutschland zu Zucker und eben auch zu Vanillezucker verarbeitet. Meine eigene Kreation habe ich von meiner Großmutter Martha übernommen.

Vanilleschoten auskratzen, mit Zucker mischen und in einem Glas verschließen. Dahinein gebe ich immer weitere Vanilleschoten, die fördern mit der Zeit den intensiven Geschmack. Nachhaltig und komplett pur.

Heimatgefühle

So lässt sich übrigens auch jedes Salz aromatisieren. Einfach Kräuter oder Chili in ein Glas mit Salz geben. Übrigens bevorzuge ich das Tiefensalz aus Göttingen. Wer mich schon länger begleitet erinnert sich, daraus wurden von mir viele Kreationen entwickelt. Lange her – auch ein Teil meiner Identität.

Ja und um es abschließend zu sagen; zu den wahren Gefühlen gehören Erfahrungen, Mut und Gelassenheit. Mit meinem Heimatgefühl sind sehr unterschiedliche Orte, Landschaften und vor allem Menschen verbunden. Das gemeinsame Mahl ist das verbindende Element. In einem gesunden Körper wohnt ein wacher Geist und ich bin überzeugt, dass Speisen die Seele öffnen.

Lass uns das gern bei einem Essen vertiefen. Welches sind deine tiefsten Heimatgefühle und gibt es besondere Speisen aus deiner Vergangenheit, die dich bis heute begleiten?

Zur nächsten Kolumne melde ich mich am vierten März mit Stolz und Vorurteil zu Wort. Du ahnst es, wir reden über das Frausein und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen über Jane Austen. Bis dahin wünsche ich eine genüssliche Zeit –

mit einem Gruß aus der Küche,

deine Katrine

 

 

 

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