Allem Anfang wohnt ein Zauber inne

Genuss Extrablatt 28.01.2018 keine Kommentare

Am Sonntag läßt es sich bei einem Frühstück wundervoll plaudern: Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, war das Motto meiner Einladung. Plaudern, sprechen, lachen und nachdenkliche Sätze haben die Stunden an der Tafel zu einem wundervollen Miteinander werden lassen. „Jeder Mensch ist der Mittelpunkt der Welt,“ Hermann Hesse hat viele intensive Sätze geschrieben. Heute sitzt er (gefühlt) inmitten unserer Runde, ich lese ein paar Zeilen. Die Damen rühren in der Möhrensuppe, knabbern ein Schnitzel und lassen sich die kleinen Erfindungen* aus meiner Küche munden.

 

Was wolltest Du als Kind werden?

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne

Wie immer bei meinen Tafelgesprächen gibt es eine Vorstellungsrunde. Mir ist es vor allem wichtig, dass jeder Gast sich selbst vorstellt. Mich interessiert das Innerste! Wer bist Du wirklich? Die Anderen fragen sich häufig, was machst Du? Klar, der Beruf ist ein Teil unseres Seins, doch ich möchte wissen, wie Du Dich sonst definierst. Meine Idee bei dieser Anfangsfrage ist es, den jeweiligen Mensch hinter seiner Fassade ein klitzekleines bisschen hervorzulocken.

Darum gibt es die „berühmte Starterfrage,“ diese ist selbstverständlich zu jedem Ma(h)l eine andere. Heute lautet sie: Was wolltest du als Kind werden? Darin steckt so viel Anfang, Wünsche kleiner Menschen sind oft ein Spiegel der Seele. Die neun Antworten sind so überraschend wie großartig. Hier nur einige Beispiele: Indianerin, als Frau von Winnetou. Tänzern, das wurde ich auch. Erst Cowboy, doch dann lieber Indianer. Prinzessin!

Besonders berührt hat mich; ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Jetzt in diesem Moment wird mir allerdings klar, dass ich Krankenschwester wurde, weil meine Familie mich dahin manipulierte. Oh Du liebe Güte! Das Leben spielt uns etliche Bälle zu. Hach, wir soll(t)en sie nicht unbedingt alle fangen. Doch, wer weiß schon vorher, ob es sich lohnt, gut ist oder welche Auswirkungen der Ball hat. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, doch manchmal brauchst Du eine längere Zeit um den Zauber zu erkennen!

Ganz besonders ist die Antwort eines kleinen Mädchens aus Sachsen, das auf die Frage: Na, was willst Du denn mal werden?  Einfach ICH sagt. Erst lachen wir am Tisch, doch dann macht sich einen Moment Sprachlosigkeit breit. PUH! Das ist wirklich eine sehr kesse und reife Antwort. Tja und das Ergebnis ist wahr: wir sind alle ein bisschen ICH, Indianerin und Prinzessin geworden.

Ja, hier an meinem Tisch kommen wirklich erstaunliche Geschichten mit allerlei Lebens-Facetten zu Tage. Ich mag das sehr! Offene Gespräche, von einer Ehrlichkeit, die mich immer wieder staunen läßt. Vielen Dank für dieses Vertrauen!

 

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne

„Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen, jeder strebt danach, es zu werden, einer dumpf, einer lichter, jeder wie er kann. Jeder trägt Reste von seiner Geburt, Schleim und Eierschalen einer Urwelt, bis zum Ende mit sich hin.“

Stundenlang kann ich mich Hermann Hesse hingeben und auch meine Gäste nehmen die Worte auf und fangen bei ihrem eigenen Anfang an und landen im Hier und Jetzt. Im Internet habe ich eine sehr schöne Seite mit Zitaten gefunden: Bitteschön; HESSE klicken und einfach genießen.

Dieser Sonntag hat Zauber, Glanz sowie eine kleine Herzensschwere zu etlichen Lebensgeschichten als Beigabe oder als Gewürz zu den verschiedenen Speisen gebracht. Die Stunden sind verflogen, längst sind die Geschichten nicht zu Ende erzählt. Wann sehen wir uns wieder? Das ist relativ einfach zu beantworten; nach Herrn Hesse werde ich den guten Herrn Einstein bemühen.

Relativ ist es, wenn es von bestimmten Bedingungen abhängig ist. Gut! Treffen wir uns im realen Leben, um uns den Bedingungen mit der Theorie von Albert Einstein hinzugeben! Oder um es relativ einfach zu sagen: Wir treffen uns in Caputh, öffnen unseren Geist, blicken über das Wasser und erweitern unseren Horizont.

Am Mittwoch den 28. Februar 2018 öffne ich die Tür in Caputh: lassen wir die Wohlfühl-Zeit unser Begleiter sein, Details dazu findest Du HIER.

Auf Bald, beste köstliche Grüße und nimm den Zauber des Anfangs in Deine Hände …

 

Katrine Lihn – ich wollte übrigens Erfinderin werden

 

* nah das hat ja gut geklappt und ich fühle mich immer noch voller Schleim und Eierschalen, das macht das Leben aus und bunt – relativ oder? Wir sehen uns schon Mittwoch hier wieder; dann geht es um den Mut. Um das wahre Leben …

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne

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