Gerupftes Fleisch zu Gourmetchips: wo steckt die Kulinaristik?

Genuss Reisen 25.10.2015 keine Kommentare

Pulled Pork! Pasta und Pizza. Ganz viele Häppchen und noch mehr Gin. Dazwischen silberne Hirsche und köstliche Wurst von eben diesem edlen Tier. Ach, ist das der Traum vom Paradies? Na, so weit möchte ich dann doch nicht gehen. Nein! Es ist eine weitere Messe zum Thema Essen + Genuss.

das Ticket für die Kulinart

Zwei Tage tummele ich mich auf der KulinART in Frankfurt am Main. Es gibt das handgemachte Glück, die beste Wurscht ever und Fertiggerichte, die der geneigte Genießer per Post nach Hause bekommt. Is(s)t es das, was wir zukünftig auf den Tellern haben werden? Teller? Genau, die Zukunft isst aus der Hand und trinkt aus Einweggläsern oder Plastebeuteln: AUTSCH!

Mir fällt es schwer mich den Ideen samt Innovationscouts hinzugeben. Der Platz im alten Depot ist beeindruckend und macht mir Freude, doch die Produkte? Mein Bauchgefühl will sich einfach nicht freuen. Es ist alles so ein bisschen lieblos. Schlendernd bewege ich mich von Stand zu Stand, halte hier und dort ein kleines Schwätzchen; versuchsweise. Kommunikation ist kein tagesaktuelles Thema: DoppelAUTSCH!

Was fehlt mir? Manche Standbetreiber, sehr wahrscheinlich; eben engagierte müde Aushilfen, gähnen und machen mit verschränkten Armen einen höchst motivierten Eindruck. UPS, wird so der wahre Genuss vermittelt?

Ein paar kleine Sitzgruppen fehlen – ein Platz zum Austausch! Das WIR-Gefühl stellt sich gar nicht ein. Schubsen, rangeln, weg da. Kunst und Kulinarik schmecken eher nach schnell und Haken dran: wie schaffen wir möglichst viele „Events“ an einem Wochenende! So geht das Leben heute für die meisten Menschen. Da mutet es seltsam an, dass am Slow Food Stand sogar Schnecken als kleines Gericht angeboten werden. Aus meinen Augen hat das Charme und ist wirklich originell. Gut so und gerne mehr davon!

Möhren und Brokkoli liegen in einer Schale

Was mir vor allem fehlt ist die Frische! Hahaha, die selbstgemachte Limonade aus dem Plastikschlauch,  aus Wasser mit Minze an Limette gerührt, plus kleinem Kinderstrohhalm, ein Hingucker und ein Getränk das immer schmeckt. Ist das Landlust mit Frische?

Meine Vorstellungen von Landliebe, Landgenuss und „alles-selbst-gemacht“ sind klar definiert: wenn es vom Land ist, dann weiß ich auch woher es kommt und wenn es selbst gemacht ist, dann habe ich es auch gekocht, gerührt oder gebacken. Oder mindestens ein Mensch, den ich kenne und der für mich produziert. Ja, es ist ein bisschen schade, oder sind meine Erwartungen zu hoch?

Wie immer im Leben gibt es zu Schatten auch viel Licht: meine vorher vereinbarten Termine sind gelungen und die eine oder andere Veranstaltung für das kommende Jahr ist in Planung. Doch das Wundervollste ist das Wiedersehen mit lieben Freunden plus fester Umarmungen: unbezahlbar!

Katrine Lihn – mit Lust auf echten Genuss!

 

Gerupftes Fleisch zu Gourmetchips: wo steckt die Kulinaristik?

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