Mein Leben mit Bosch

Genuss Gastrosophie 21.06.2017 1 Kommentar

1995 schenke ich meinem Mann Andreas Lihn (da war er noch mein Freund 😉 ) das Buch „Nächte mit Bosch“ von Axel Hacke. Es passt so perfekt zu meinem kauzigen und oft so schweigsamen Liebsten. Es ist übertrieben zu sagen, dass ich immer daran denke, wenn ich den Kühlschrank öffne. Dennoch: Mein Leben mit Bosch findet auch Nachts statt. Ich schleiche leicht schlafwandlerisch durch meine Wohnung, streichle den Tisch, spreche mit dem Mond und stehe vor meinem Bosch. Er rappelt und japst, bietet mir einen Schluck kalten Wein an, ich folge dieser Einladung; hin und wieder.

 

Kochen gehört zu meinem Leben

 

Mein Leben mit Bosch

 

Was sagt das Innenleben eines Kühlschranks über seinen Besitzer? Stecken dort die Wahrheiten? Was verbirgt sich hinter der Fassade, was gibt es zu entdecken, wenn sich die Tür öffnet? Mein Leben mit Bosch ist eine sehr innige Beziehung, das ist nur logisch; denn Lebensmittel und Genuss spielen in meinem Leben eine zentrale Rolle. Kochen gehört zu meinem Leben! Geprägt durch meine Kindheit, meine Liebe zum Land und außerdem sehr simple: ich esse einfach gern!

Meine kleinen Gläser mit eingekochten Tomaten, Pesto und der vor einigen Tagen beschriebenen Himbeersauce sind Indizien dafür, dass ich selbst koche. Eigene Kreationen entwickle und mir die Produkte am Herzen liegen. Es gibt so Tage an denen stehe ich stundenlang in der Küche und experimentiere. Ich liebe es, Neues auszuprobieren, zu schnipseln und abzuschmecken um daraus dann kleine Köstlichkeiten herzustellen.

 

Mein Leben mit Bosch

 

Flaschen im Kühlschrank

 

Anders als bei Axel Hacke sitze ich jedoch nicht einsam vor dem Bosch. Meine Kühlschränke sind sehr funktionsgebunden. Der eine, der Bosch, enthält die täglichen Lebens-Mittel und der andere, der große Rote steht im Salon; sein Dienst ist der eines Spülschranks. Wie bitte? Ha, kleiner Scherz, dort finden die Getränke ihre Herberge, später nach dem Öffnen spülen sie die Kehlen meiner Gäste. Wobei häufig eine geöffnete Flasche im Bosch in der Küche steht. Komische Angewohnheit oder praktische, oder doch eher ein Tick? Zum Kochen, zur Arbeit in der Küche gehört für mich (zumindest am Abend) ein Küchenwein dazu. Dieses Ritual stammt noch aus der Zeit der ersten Kochsendungen um Alfred Biolek, da war es selbstverständlich gemeinsam ein Gläschen Wein zu verkosten. Die Küchenphilosophie lässt sich damit herrlich auskosten. Von mir aus ein Tick, mir gefällt er und meinen Gästen auch. Gut so!

 

Folge Deinen Träumen

 

Heute ist der Start in den Sommer! Immer am 21. Juni feiern wir das Fest der Sonnenwende. Leichte Wehmut umspielt mein Herz. Nur noch zwei Tage, dann ist die Spargelsaison zu Ende und nun werden tatsächlich auch die Sonnenstunden weniger. Papperlapapp! Vor einigen Tagen las ich in einer Zeitschrift folgenden kleinen Spruch: „In einem dankbaren Herz herrscht ewiger Sommer.“ Folge Deinen Träumen, das ist eine Lebenseinstellung, eine Art Mantra. Ich bin sehr gut darin (geworden), folge meinem Herzen und entdecke immer wieder neue Ströme und Wege in mir. Ich freue mich auf den Sommer und genieße meine Momente – wie herrlich ist es morgens wieder in den Heiligen See eine Runde schwimmen zu gehen.

Danach pflücke ich mir ein Gänseblümchen zum Tag, denke an mein Leben mit Bosch und lasse die schönen Erinnerungen vergangener Zeiten in mir ruhen – das Leben ist zu kurz um zu bereuen!

 

Katrine Lihn – ich schätze den Moment und liebe mein Küchenglück

 

Mein Leben mit Bosch

One thought on “Mein Leben mit Bosch

  • 23. Juni 2017 at 16:26
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    Toll wie Du schreibst – es fällt Dir immer wieder etwas NEUES immer wieder etwas überraschend GUTES ein. Ich erinner mich an Deine Tante Mariese, sie hätte jetzt
    auch wieder gesagt: KATI – FABELHAFT. Tschüss bis bald.

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