Die Rebellin in mir

Genuss Herausforderung 19.06.2019 keine Kommentare

Eine kleine Herausforderung scheint heute schon darin zu bestehen „einfach Frau zu sein:“ Die Rebellin in mir besteht jedoch seit Kindertagen. Quasi seit meiner Geburt. Einige Zeitzeugen erzählen mir immer wieder gern lachend, von meinen Kinderkapriolen. Ich kann es nicht leiden, (konnte es noch nie!) wenn andere mir sagen, was ich zu tun und/oder zu lassen habe. Gut gemeint, ist noch lange nicht gut gemacht.  Außerdem, woher willst Du denn eigentlich wissen, was gut für mich ist und was nicht? Ehrlich gesagt, ist das ziemlich anmaßend!

Das tut man nicht. Ist ebenfalls so ein Satz. Puh! Wer ist man und warum eigentlich nicht 😉 Ist doch auch ziemlich aus der Zeit gefallen. Eine Idee des letzten Jahrhunderts. Denkste. Wieso? Heute scheinen grad die jungen Frauen immer mehr nach einer Art Gleichklang zu suchen. Einer Sehnsucht nach einem diffusen angepasst sein. Warum? Was wird passieren, wenn Du aus der Reihe tanzt? Und was meint denn das?

 

Eine kleine Herausforderung

 

Jung, gut ausgebildet, blendend aussehend und so zweifelnd. Das ist momentan ein Bild, das ich vor Augen habe. Einige meiner noch sehr jungen Freundinnen (unter dreißig) hadern mit sich, dem Aussehen und der Zukunft. Aus der Reihe zu tanzen, kommt für sie nicht in Frage. Trägt Instagram die Schuld daran? Dieses Leben mit und im social media. Alles immer auf’s Höchste hell oder dunkel gefiltert. Wer kann da noch sagen, was echt ist und was bearbeitet?!

Du wirst zur Geißel Deiner App’s: Schritte, Blutdruck, Kalorien. Kontrolle in jeder Sekunde! Dazu verfolgen Dich diese ständigen Selfies, Deiner sogenannten besten Freunde und die Follower machen massiv Druck. Eijeieiiiii! Was für ein Armutszeugnis! Oder doch eher eine Zeitgeistproblematik?

Immer dem neuesten Trend hinterherlaufend, strahlend, gänzlich ohne Makel. Die Gesellschaft des Überfluss, ohne wirkliche Kümmernisse, behütet und doch voller Zweifel. Oder grad deshalb? Ist es zu einfach zu lamentieren: Als ich jung war … blablabla … da habe ich gekämpft für mein Freisein. Die Anerkennung als Frau! Die Pille. Die eigenen Entscheidungen plus Eigenverantwortung. Lange her.

 

Was ist schief gegangen

Heute gelten andere Spielregeln. Die Welt lebt von der Veränderung und Stillstand ist nur ab und zu für das eigene Seelenheil gut. Wonach richten sich die jungen Leute in dieser Zeit? Die einen gehen auf die Straße und fangen an sich zu engagieren. Das gefällt mir sehr. Doch was ist mit denen die jetzt zwischen fünfundzwanzig und Mitte dreißig sind? Es schwebt so eine Renaissance durch die weite Welt, eine Art Sehnsucht, nach Geborgenheit, Sicherheit und Schutz.

Manchmal frage ich mich, was ist bloß passiert? Was ist schief gegangen? Sicherheiten haben mich noch nie wirklich interessiert. Mit Mitte zwanzig habe ich gefeiert und Worte wie Rente, Lebensversicherung nicht in den Mund genommen. Heute scheint das komplett anders zu sein und im extremen Kontrast dazu steht die virtuelle Welt. Es wird gechattet, online eingekauft und getindert. Alles läuft über Applikationen, sämtliche Messenger sind vierundzwanzig Stunden im Dauereinsatz: Die hinterlassene Datenspur füttert Big Data und macht manchen Menschen zum Sklaven seiner selbst. Denkst Du darüber mal nach?

 

Kurt Tucholsky hatte recht

Zeitlebens will der Mensch ALLES. In seinem Gedicht: Das Ideal beschreibt er das bereits 1927 auf’s Vortrefflichste. Ein Auszug davon – Bitteschön:

„Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.“

 

Der vollständige Text ist unter diesem LINK zu finden. Und es macht mir immer wieder sehr viel Freude Gedichte und Prosa zu lesen, also nicht nur von Tucholsky. Ist das zeitgemäß, Bücher zu lesen und sich mit Texten auseinander zu setzen? Mir egal.

Dennoch frage ich Dich, was ist schief gegangen? Viele kluge Köpfe äußern sich darüber und lassen an einem keinen Zweifel: Wir haben von allem zu viel! Mehr Bescheidenheit, mehr Demut und aus meiner Sicht vor allem mehr Miteinander. Das fehlt uns!

 

Die Rebellin in mir

 

Mit Verlaub ist es kaum auszuhalten, also eher sogar zum „na-Du-weißt-schon“ – speien, würgen um nicht das eklige K-Wort zu nennen! Da wächst Unmut in mir. Da mache ich nicht mit. Ich schreibe das in letzter häufig! Ja, weiß ich. Ist so und bleibt so.

Letzte Woche habe ich die Meilensteine bemüht. Das wäre doch mal ein Anfang. Jeder fängt an, nicht einfach hinzunehmen. Du hast es in der Hand. Du bist Dein eigenes Sein. Deine innere Kraft! Dazu ist es wichtig zu wissen, was Du überhaupt willst. Also wirklich Frau sein, Mensch. Dabei authentisch und wahrhaftig. Wie kann das gehen?

Im ersten Schritt ist herauszufinden, was Du gerne ändern würdest. Gefällt Dir ein momentanes Leben, wenn nicht, woran liegt das? Ehrlichkeit ist ein Schlüssel in die erste Richtung. Ich kann für niemanden sagen, was richtig oder falsch ist. Grundsätzlich gilt, sich den kleinen Herausforderungen zu stellen.

Einmal aus der eigenen Dauerschleife auszusteigen. Etwas zu wagen! Frage Dich, was wäre wenn; Du zum Beispiel frei entscheiden könntest. Ist Deine Arbeit das, was Dich glücklich macht? Oder lebst Du im Druck der eigenen Ängste?

So viele Fragen. Stimmt! Doch ohne Erfragen und in Dich hinein zu hören wird es keine Veränderungen geben. Das erfordert eine gewisse Form von Mut. Es ist ein Prozess. Doch willst Du eher im Einklang leben, oder in ständiger Angst? Wünscht Du Dir so zu sein wie die Anderen oder suchst Du nach (D)einem eigenen Ich.

 

Das Los-Lass-Projekt

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder gehört: „Das kann nicht funktionieren.“ „Mach das nicht.“ „Das ist aber riskant.“ Und ich habe immer und immer wieder gedacht und oft auch geantwortet: Was soll denn passieren? Ich setze weder Leib noch Leben auf’s Spiel, werde keine größeren Mengen Geld versenken. Klar, ohne Einsatz, ohne Risiko gibt es keine Veränderungen. Es geht um’s Anfangen! Nicht um Glanz und Gloria. Veränderungen bringen nicht nur Gutes, je nach dem was Du Dir wünschst, was Du anstrebst, sind Niederlagen hinzu zu planen.

Nackenschläge, schlaflose Nächste, rot geheulte Augen und dieses ganze miese Szenario eines Neuanfangs oder auch einer Veränderung. Das funktioniert nur, wenn Du es wirklich willst. Die Rebellin in mir sagte früher: „Geht nicht, gibt es nicht.“ Heute gehe ich mit mir und der Welt versöhnlicher um. Manches braucht seine Zeit. Ein Haus wird auch nicht in einer Nacht gebaut. Gleichwohl bleibe ich dabei: Wer nicht wagt, wird nicht gewinnen.

Nächste Woche erzähle ich in bester Sommerlaune ein bisschen über mein Los-Lass-Projekt. Ich möchte Dich ermutigen Ja zu sagen und wenn es sein muss, Nein!

 

Katrine – das Glück beginnt im Kopf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rebellin in mir

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