Häppchen und Schnittchen

Genuss Einfach sein 27.02.2019 keine Kommentare

Letzte Woche habe ich von der Kunst der Relation gesprochen: Häppchen und Schnittchen sind eine gute Überleitung dazu. Worum geht es? Ich bin für das Wesentliche. Mit kleinen Köstlichkeiten ist das Herz in vielen Fällen eher zu erreichen, als mit einem mehrgängigen Sternemenü. Es ist kein Geheimnis, dass gewisse Speisen Erinnerungen schaffen und uns damit glücklich machen. Die Zunge sendet die Botschaft über das Hirn direkt in Dein Herz. Diese Suche nach dem „eatwith“ also dem gemeinsamen Mahl, der Menschlichkeit auf der Ebene von Nähe und des WIR-Gedankens. Warum scheint das so schwer?

Was uns verbindet

Scheinbar schwer, weil Du es nicht kennst. Vielleicht bist Du nicht an einem Tisch groß geworden. Hast Dir aus dem Kühlschrank genommen, was Du wolltest und diese Rituale von Gemeinschaft gab es nicht. Heute fehlt Dir das, doch wie bekommst Du es hin? Ich bin für mehr Tischkultur. Mehr Gespräch! Versuch Dich zu erinnern, was hast Du als Kind besonders gern gegessen? Kannst Du sagen, was uns verbindet?

Je nach dem in welchem Landstrich Du aufgewachsen bist, gibt es Gerichte Deiner Vorfahren, die Dich bewußt und auch unbewußt begleiten. In meiner Familie ist das Essen immer schon ein großes Thema gewesen. Omi Martha hat als Köchin ihre Spuren ganz klar auf meiner DNA hinterlassen. Bis heute verbindet uns das Miteinander jedoch nicht nur am Tisch. Auf der Mutter-Tochter-Ebene finden Gespräche, Spaziergänge und Reisen regelmäßig statt. Was uns verbindet sind klar die Blutsbande, gleichwohl stärkt uns die Umsetzung der Gedanken; Häppchen der Erinnerung und ganz klar die Freude an der Gastfreundschaft. Der gedeckte Tisch ist maßgeblich verankert mit schönen Impressionen, der Liebe zum Detail und einer ganz eigenen Art von Selbstverständlichkeit. Das ist ein Teil meiner Identität, auch ein Stück DNA 😉

Meine Generation (die ersten Kinder nach dem zweiten Weltkrieg) ist mit Wohlstand großgeworden. Es gab in meiner kleinen Welt immer Obst, Gemüse und jeden Tag diesen gedeckten Tisch, bis heute! Und Sonntags stand ein selbst gebackener Kuchen bereit. Vor einigen Tagen erzähle ich die Geschichte vom Sandkuchen mit heißer Schokoladensauce und duftiger Schlagsahne. Wir sind eine Gruppe von zehn und ich seh in leuchtende Augen. Was uns verbindet sind die Erinnerungen an Geschmäcker wie Kartoffelsalat, hausgemachten Kuchen, erste Küsse und diese Tradition des Miteinanders. Danach sehnen wir uns auf eine starke innere Art und Weise.

Häppchen und Schnittchen auf Holzbrettchen gehören ganz klar in diese Kategorie. Sie sind das Abendbrot meiner Kindheit, also an den Wochentagen. Dazu gab es immer Tee und manchmal Salat. An den Wochenenden wurde am Abend eine warme Mahlzeit serviert – Revolution! Die Großeltern können das nicht verstehen. Warum gibt es plötzlich kein Mittagessen mehr? Herrlich, wie sich diese Bilder in meine Augen spiegeln.

Häppchen und Schnittchen

Mein innerer Kompass hat sich komplett danach ausgerichtet. Heute ist mir das viel klarer als in den vergangenen Jahren. Sicherlich, weil ich mich so sehr mit Kulinarik und Lebensmodellen beschäftige, doch auch, weil dies ein Thema unserer Zeit ist. Das Miteinander. Die Gemeinschaft. Die Einsicht, dass Ideale viel zu hoch gehängt sind und das Einfache vom Besten nicht nur meinen Kern trifft.

Diese Schnittchen und Häppchen haben einen Stellvertreterposten! Sie sind mein Synonym für die Gesellschaft am Tisch. Sie stehen für Vertrauen, Heimat und Liebe. So gebe ich denn dem Drang meines Herzens nach und zitiere immer wieder gern Hermann Hesse:

„Leben Sie dem Drang Ihres Herzens nach! Es ist der beste Weg. Was gut ist und was schlecht ist, weiß ich nicht, es ist mir immer zweifelhafter geworden. Gut ist der Mensch, wenn zwischen seinen Urtrieben und seinem bewußten Leben Harmonie herrscht, andernfalls ist er böse und gefährlich.“

Aus meinem Herzen heraus kommt der Wunsch nach mehr Gemeinschaft. Vertrauen schaffen. Zulassen und mit (noch mehr) Lächeln dem Leben entgegen treten. Einfach sein und sich für das Gute und Verbindende einsetzen. Nächste Woche machen ich das zu meinem Thema. Das Miteinander, die Sehnsucht nach dem Wohlfühlort. Ich wünsche mir wert-volle Gespräche, Ausdruck und Interesse. Warum haben Menschen bloß so viele Ängste? Spricht, lach und öffne Dich – wir sehen uns und ich freue mich schon sehr!

Katrine – mit dem Fokus auf Wohlfühlorte

Wohlfühlorte

Plätze sind für mich oft mit guten Gefühlen belegt, hier gibt es #Werbung ohne Bezahlung, keine Links und doch im Sinne der DSGVO …och!

Häppchen und Schnittchen

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