Das Küchengeflüster

Genuss Privatköchin 15.05.2024 keine Kommentare

Seit einigen Jahren ist das Küchengeflüster ein fester Bestandteil meiner Arbeit. Die Kundschaft und die Lesenden mögen diese Idee: Wir schlendern gemeinsam durch Potsdam, manchmal fahren wir auch mit dem Boot, ich zeige meine Lieblingsplätze und serviere dazu ein saisonal passendes Essen. Fein! Oben habe ich hinter dem Link den Mai 2022 verlinkt – ja, das ist schon einen Moment her, doch das Spargelrezept ist immer noch ein Favorit. Heute treffen wir uns am Fuße des Schloß Sanssouci – die Kartoffel ist mein Thema, doch es gibt dazu auch Spargel.

 

 

Sehnsuchtsorte

Das Küchengeflüster

 

In meiner Wahlheimat Potsdam erlebe ich immer wieder auf sehr unterschiedliche Weise „sorgenfreie“ Stunden, Tage und Wochen. Die Leidenschaft mit der die schönen Parks gepflegt werden, die Großartigkeit all dieser Sehnsuchtsorte, macht mein Leben manchmal sehr leicht. Da umschmeichelt die Seele diese sehr besondere Art des „Savoir vivre.“ Bereits Friedrich der Große soll gesagt haben: „Wenn Sie diese Stadt sehen, werden Sie sie mögen!“ Ob dem Preußenkönig auch Spargel mundete, dazu kann ich keine seriöse Auskunft geben, doch dass er die Kartoffeln liebte, das ist bekannt. Das Küchengeflüster kommt deshalb heute mit einer Kartoffelsuppe, etwas Spargel und einer Geschichte angeflattert.

Zuerst noch ein paar Fakten zum König: Er ließ sich mit seinem „Lieblingsschloß“ einen Rückzugsort erschaffen. In der Zeit von 1745 bis 1747 wurde im Stil des Friderizianischen Rokoko, nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs – das heute weit über die Grenzen bekannte Schloß – erbaut.

 

Gartenkunst zu Lustgefühl

Im weitläufigen Park finden sich überall kleine und große Figuren, die die Gartenkunst mit einem besonderen Lustgefühl vermischt. Die große Fontäne am Fuße der Freitreppe ist ein Hingucker, der nicht nur Besucher zum Staunen bringt. Mich erfüllen all die Plätze mit großer Freude. Mal wieder einer von diesen glücklichen Momenten – Sanssouci! Ich verstehe die Gäste sehr gut, die sich hier verlieben und immer wieder an diesen Sehnsuchtsort zurückkehren.

Besonders in den frühen Morgenstunden ist der Park noch menschenleer. Eine sehr eigene Atmosphäre legt sich über die Stufen, der Weg ist frei. Keine einzige Person ist zu sehen. Welch ein Geschenk! Der Himmel strahlend blau, die Luft klar – heute ist genau der perfekte Moment für einen kleinen Film: Das Küchengeflüster lernt laufen.

 

 

Das Küchengeflüster

 

Erinnerungen festzuhalten, Neuigkeiten zu verbreiten – als Genussbotschafterin liebe ich es sehr mit dem Einkaufskorb über den Markt zu schlendern, um meines Amtes zu walten. Heute gilt es Adretta, Laura, Belana, Linda und  Gunda vorzustellen. Sie sind sozusagen „die anderen Frauen“ an des Königs Seite. Friedrich der Große hat diese Namen sicherlich noch nicht gekannt, zumindest nicht als Kartoffelsorten, dafür hat er die sättigenden Beilagen jedoch hoffähig gemacht.

Seine List ist vielleicht nicht allseits bekannt, darum hier eine kurze Zusammenfassung. 1756 erließ der König den sogenannten Kartoffelerlass – die Bauern wollten die Kartoffeln nicht, da erste Essversuche mit Bauchschmerzen einhergingen. Mit einer List soll der König die Neugier geweckt haben, denn er ließ mehrere Felder mit Saat bestellen und sie von seiner privaten Garde bewachen. Die Bevölkerung wurde hellhörig; denn was bewacht wird, das muss von Wert sein. Als die Soldaten schliefen, wurden einige Kartoffeln gestohlen und es stellte sich heraus, dass sie gekocht statt roh auch gut genießbar waren.

 

Die Kartoffelsuppe Sanssouci

Die Kartoffel hat einen besonderen Stellenwert hier im Land, sie wächst auf dem sandigen Boden recht gut, das eint sie mit dem schmackhaften Spargel. Als Symbol der Verbundenheit legen Besucher Kartoffeln auf das Grab Friedrich des Großen. Er wurde übrigens im August 1991 – wie von ihm gewünscht – in seine letzte Ruhestätte direkt am Schloß Sanssouci gebracht.

Auch ich lege immer mal wieder eine Kartoffel am Grab des Königs ab – ich mag diese Symbolik und verbinde sie mit einer Tradition, die es aus meiner Sicht zu erhalten gilt. In dem Videofilm, der in Kürze öffentlich zu sehen sein wird, gibt es dazu eine recht hübsche Szene.

Zur köstlichen Erbauung köchelt hier: Eine Kartoffelsuppe „Sanssouci“ und nächste Woche gibt es eine besondere Erzählung, die sich aus Erlebtem und Gelesenem speist. Das wird ein fabelhaftes Menü aus Worten, Gedankenfetzen und Ideen zur Schreiberei.

Ich wünsche schon mal einen ganz besonders guten Appetit! Ach und falls du das Rezept per Mail möchtest – lass es mich einfach untered.nh1721487122ileni1721487122rtak@1721487122ssune1721487122g 1721487122 wissen – ich sende es dir gern.

 

 

 

 

Katrine – mit dem Küchengeflüster unterwegs

 

Das Küchengeflüster

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