Es ist Sommer, früher stand da ein Bett im Kornfeld: Das Vertrauen ist ein bisschen in dieser Vergangenheit stecken geblieben. Oder wie geht es dir bei dem Gedanken, mit wem auch immer, das Kornfeldbett zu teilen? Du wünscht dir einen anderen Platz, na gut. Es muss auch kein Bett sein. Also, wer ist der Mensch an deiner Seite? Nicht leicht zu beantworten. Der „Deep Talk“ gehört zu meinen großen Vorlieben. Vielleicht klären wir als erstes, welche Gedanken dich bei meiner Frage umtreiben? Kann ja auch sein, dass du dieses Thema gar nicht so stark im Fokus hast.
Ich bin dein Mensch
Vielleicht erinnerst du dich an den gleichnamigen Film von 2021. Kann es einen Roboter geben, der als Humanoider dein Herz berührt – das lässt sich grad (noch) nicht sagen. Hypothetisch stelle ich diese Frage dennoch.
Wer ist dein Mensch, wenn es als wahrhaftigen Homo Sapiens niemanden gibt. Was müsste der Humaoide mitbringen, damit du das Vertrauen fassen könntest, ihn an deine Seite zu lassen? Die künstliche Intelligenz hat mit dir gemeinsam einen Fragenkatalog erstellt und daraus diesen besagen „Menschen“ gebaut. Herrliche fiktionale Idee 😉 !
Das Vertrauen
Grundsätzlich gilt es jedoch in unserer Jetztzeit, dass die Menschen das Vertrauen nicht nur in anderen Zeitgenossen suchen, sondern auch in Organisationen, an erster Stelle rufen „alle“ nach dem Staat. Wobei ich glaube, dass damit die sogenannte „öffentliche Ordnung“ gemeint ist und unsere Herrschaften aus der Politik. Das Vertrauen ist da ein echter Grenzbereich. Wem kannst du glauben? Meine Meinung ist sehr konkret und sicherlich nicht besonders zugewandt, denn ich vertraue an erster Stelle mir selbst. Punkt! Und mit dem Glauben ist es ähnlich. Selbstverständlich glaube ich dir, wenn du mir deine Geschichte erzählst. Ich glaube auch, an die Worte und (meist) auch Taten meiner nächsten Wegbegleiter, grundsätzlich stehen jedoch das Vertrauen und der Glaube bei mir nicht besonders hoch im Kurs.
Wo liegt dein Fokus
Welche Themen beschäftigen dich grad besonders? Worüber würdest du gern richtig ernsthaft sprechen, ohne Wenn und ohne Aber? Ja, das ist diese Art von Gespräch, gern auch als „Deep Talk“ bezeichnet, das mich ausmacht. Das gesprochene Wort mit Tatsachen und Werten untermauert, das ist es, was mich interessiert. Leider ist diese Innigkeit, diese Art der persönlichen Öffnung selten geworden. Auch das mag an mangelndem Vertrauen liegen, oder ist es einfach Desinteresse. Ups!
Letzte Woche sprach ich mit einer engen Freundin. Sie vertraute sich mir an, das ist ein höchst besonderer Moment. Zuzuhören liegt übrigens auf meiner DNA – weißt du. Auf jeden Fall ging es in diesem Gespräch auch darum, dass ihr Umfeld „nur noch“ – wie sie es nannte, labert. Jaaa, das kenne ich. Plötzlich liegen die Farben des Sommers auf dem Tisch, serviert mit einer Frage nach einem Rezept und dem „hast du schon gehört?,“ Tenor. Puh. Das ist mir ein Graus!
Das eigene Sein
Warum das Vertrauen so schwindet?, kann ich nur für mich selbst beantworten. Warum jedoch dabei auch die Offenheit und ein Gespräch über die Themen der Welt, der eigenen Gedanken und Befindlichkeiten auf der Strecke bleiben, das erschließt sich mir nicht. Meine Freundin sagt, dass ihr Freundeskreis zu wenig Selbstvertrauen hat. Sich mit der eigenen Identität schwer tut. Die Frage nach dem eigenen Sein lieber nicht berührt. Sehr schade. Sicherlich geht’s auch um Zurückweisungen und sich lieber den seichten Themen zu widmen.
Sich selbst anzuerkennen, wertzuschätzen und sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinander zu setzen, das ist eine große Aufgabe. Dazu stelle ich sehr gern die Frage: Wie siehst du mich?, und wie sehe ich mich selbst? Ein extrem intensiver Sachverhalt.
Ich nehme das zum Anlass, in meiner nächsten Kolumne das authentische Selbst anzuschauen : „Sat Nam – Wahrheit ist mein Name.“ Ja, da wird es sicherlich ein paar deutliche Worte geben. In gewohnter Weise sende ich herzliche Grüße,
deine Katrine
