Italien in Potsdam

Genuss Potsdam 10.06.2026 keine Kommentare

Es darf sich leicht anfühlen, Italien in Potsdam hat ein sehr eigenes dolce Vita. Es gibt wunderschöne Gebäude, großartige Gärten und einen minikleinen Hauch bella Italia. Glaubst du nicht? Na, dann = Bitteschön, begleite mich! Preußisch Arkadien, das klingt nach einer anderen Welt, lass dich überraschen! Wir tauchen ein in Malerisches, in die Schönheit, natürlich auch in Widersprüchlichkeiten und eine Art Romantik, die manchmal überwältigt!

nach dem willen des Königs

 

Friedrich der Große ist in Potsdam zuhause, das irritiert manchen Besucher, andere lieben das. Als bekennende (Wahl)Potsdamerin gehöre ich zur zweiten Garde. Und ja, mir ist sehr bewusst, dass zu Zeiten des preußischen Königs längst nicht alles Gold war, was glänzte.

Dennoch! Potsdam und „der Alte Fritz“ gehören zusammen, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Geschichte ist wie sie ist und wir können gern ein bisschen streiten, das mischt den Geist auf – ich mag das. Heute steht mir jedoch der Sinn nach Italien in Potsdam. Lass uns einen langen Spaziergang machen. Es gibt viel zu entdecken, gern bin ich deine persönliche Stadtführerin.

Italien in Potsdam, das klingt nach Romantik und manch Gebäude lässt an die Toskana denken und natürlich auch an Rom. Früher sendeten die Herrschenden ihre Kuriere in unterschiedliche Länder aus und ließen sich inspirieren. Es wurden Zeichnungen angefertigt und je nach Wunsch mischten sich Phantasie und Wirklichkeit. Das Orangerieschloss im Park von Sanssouci ist ein echter italienischer Hingucker, ebenso wie die großartige Nikolaikirche in Potsdams Mitte und natürlich all die herrlichen Turmvillen. Von denen hat Potsdam etliche zu bieten. Das heutige „moderne“ Stadtbild ist von vollendeter Üppigkeit. Auch hier gehen die Meinungen sehr auseinander. Ich halte es mit einem Bonmot vom Alten Fritz „Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden,“ welches ihm am 22. Juni 1740 sprichwörtlich in den Mund gelegt wurde. Dabei ging es um Toleranz und Anerkenntnis. Menschen unterschiedlicher Ethnien und Glaubensrichtungen sollten nach dem Willen des Königs gemeinsam zusammen leben können – jeder auf seine Art und Weise. So sei es …

Die Nikolaikirche 

wir drehen eine Runde um und „über“ den Alten Markt. Dort steht von vielen Punkten der Stadt sichtbar, die wunderschöne Nikolaikirche. Ein klassizistischer Bau nach den Plänen Karl Friedrich Schinkels, entstanden in den Jahren 1830 bis 1837 und sicherlich nicht nur für meine Augen (und meine Seele) ein Meisterwerk.

Hier auf diesem Platz vereinigen sich die großen Bauwerke! Das sogenannte Stadtschloss, das den Landtag beherbergt und eben kein „echtes Königsschloss“ sein mag. Mit dem Wahrzeichen auf dem „Alten Rathaus“ der Atlasfigur, dort hat das Potsdam Museum seine Heimat gefunden, direkt neben dem zu großem Ruhm erlangten Museum „Barberini.“

Wie selbstverständlich für einen großen Platz Europas steht (mehr oder weniger) mittig ein riesiger Obelisk. Ja, da kommen die Besucher ins Staunen. Letztlich wurde dieser Ort als einer der schönsten Europas geadelt. Welch Auszeichnung!

Italien in Potsdam

Für meinen Geschmack ist Brandenburgs Hauptstadt eine unfassbare Schönheit. Allerdings, wie es sich für eine echte Lieblichkeit geziemt, mit Mängeln und zickigen Attitüden. Ups.! Ja, für mich gelten unterschiedliche Reize als betörend. Es ist vor allem das Unperfekte und davon gibt es in meiner Wahlheimat reichlich.

Selbstverständlich liegt diese Aussage auf meiner emotionalen Ebene, sie hat keinen konkreten Beweis, außer vielleicht, dass Italien in Potsdam auf kulinarischer Ebene noch deutlich Luft nach oben hat. Man möge mir meine Ansprüche verzeihen 😉 !

Das echte „dolce far niente“ lässt sich nicht adoptieren. Warum auch. Die Italiener haben ihre Leichtigkeit, wir preisen unsere preußische Pünktlichkeit. Naja, das süße Nichtstun macht grad überall auf der Welt eine eigene Zäsur durch. Die Generation Z wirft sich in den Staub der Taugenichtse – uiiiiiii, da würde „mein König“ andere Saiten aufziehen. Jaaa, da schlägt mein Herz dann doch sehr konservativ. Okay, besser zurück nach Italien.

Amore mio

Welche Liebeserklärung passt nach Potsdam?

Wo möchtest du dein pochendes Herz spüren?

Wann sehen wir uns wieder?

Mein ganz persönlicher Lieblingsplatz, mein Sehnsuchtsort, dort wo sich die Seele mit dem pochenden Herzen trifft – es dürfte jedem klar sein – dass das mein Geheimnis bleibt. Bei aller Offenheit, brauche „selbst ich“ meinen Rückzugsplatz.

Gleichwohl biete ich dir gern an, mich zu treffen. Wie oben erwähnt, zu einem Spaziergang mit Einkehrschwung oder auch ohne. Wie du magst. Eins steht jedoch fest, Herzensplätze gibt es in Hülle und Fülle.

In meiner nächsten Kolumne geht es noch einmal mehr um dieses Erfülltsein – um die Dankbarkeit und um die Liebe. Dazu serviere ich eine Buchempfehlung, kleine Törtchen und vielleicht auch noch einen typisch italienischen Salat.

Ci vidiamo – con un abbraccio

herzlichst deine Katrine 

 

Italien in Potsdam

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